Renate Künast zum Rücktritt von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg:
"In einem Akt der Notwehr haben tausende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ihre Berufsgruppe und den Wissenschaftsstandort Deutschland verteidigt. Das ist heute ihr Tag.
Der Rücktritt von Karl-Theodor zu Guttenberg war überfällig, aber er ist mit einer Begründung erfolgt, vor der Deutschland keinen Respekt haben kann. Er hat sich selbst als Opfer stilisiert, die toten Soldaten als Begründung für seinen Rücktritt instrumentalisiert und dann noch die Medien zu Tätern erklärt. Das ist in der Sache nicht akzeptabel, und der Rücktritt kommt zu spät.
Mich erfüllt mit Sorge, dass Frau Merkel als Bundeskanzlerin Deutschlands nie Herrin des Verfahrens war und auch heute nicht ist. Sie ist überrascht, sie geht davon aus, dass Herr zu Guttenberg noch amtiert, während ihr Stellvertreter davon ausgeht, dass er oder jemand anderes im Rahmen der Vertretungsregel jetzt die Verteidigungsaufgaben übernimmt. Es ist nicht akzeptabel, dass Frau Merkel sagt: Dieser Platz steht der CSU zu. Es geht um den oder die Bundesverteidigungsministerin. Das Letzte, was wir jetzt brauchen, ist, dass dieses Amt den bayerischen und fränkischen Stämmen zur Entscheidung vorgelegt wird. Das ist Aufgabe der Kanzlerin. Wir brauchen den oder die Beste für dieses Amt."

