Zur milliardenschweren Übernahme des Videoportals YouTube durch den Suchmaschinenbetreiber Google erklärt Grietje Bettin, medienpolitische Sprecherin:
Der Internet-Gigant Google hat wieder zugeschlagen: Für 1,3 Milliarden Euro kauft er die Videoplattform YouTube. Mit der teuersten Übernahme in seiner Firmengeschichte stellt das Unternehmen erneut seine extreme Marktmacht und seinen Expansionshunger unter Beweis. Denn neben dem allgegenwärtigen Monopol im Bereich der Suchmaschinen übernimmt Google nun auch die Marktführerschaft im Segment der Online-Videos. Immerhin erreichen die Videoangebote von Google und YouTube zusammen fast 60 Prozent Marktanteil.
Die Konzentrationstendenzen im Medienbereich machen also auch vor dem Internet nicht Halt. Schon jetzt kann man bei Google neben der klassischen Suche nach Internetseiten auch nach Bildern, Nachrichten, digitalen Büchern oder Landkarten suchen, ja sogar die eigene Festplatte durchforsten lassen und vieles mehr. Es scheint kein Onlineangebot zu geben, für das sich Google nicht interessiert. Dieser Entwicklung muss Einhalt geboten werden – es muss endlich anerkannt werden, dass Meinungsmacht auch im Internet existiert!
Auch aus datenschutzrechtlicher Sicht gehört Google auf die Finger geschaut. Die Krake Google streckt ihre Tentakel immer weiter aus – und noch immer weiß keiner, welche Daten das Unternehmen von Nutzern abfragt und sammelt, ohne dass die Nutzer der Google-Dienste davon wissen. Das Prinzip der informationellen Selbstbestimmung muss aber auch im Internet gelten!
