Suchfeld anzeigen
Pressemitteilung | 17.10.2007

Faire Milchpreise – 100 Prozent Zukunft für deutsche Milchbauern

Zur aktuellen Milchpreisentwicklung und der heutigen Aktion des European Milk Boards in Berlin erklärt Ulrike Höfken, Sprecherin für Ernährungspolitik und Verbraucherfragen:

Die Situation der Milchbauern ist weiterhin äußerst schwierig. Ein Stundenlohn von weit unter 6 Euro kann keine dauerhafte Grundlage für angemessenes Wirtschaften sein. Die derzeitigen Kostensteigerungen bei Futtermitteln, Kraftstoffen und Energie fressen die aktuell höheren Auszahlungspreise der Milchbauern fast wieder auf. Wird die produzierte Milchmenge, wie von einigen EU-Ländern gefordert, schon im nächsten Jahr erhöht, ist ein erneutes Einbrechen der Erzeugerpreise für Milch abzusehen. In dem Zusammenhang darf auch nicht auf die Erhebung der Superabgabe verzichtet werden, wie es einige Länder und die CDU/CSU gefordert haben.

Wir unterstützen die Forderungen des Bundes Deutscher Milchviehalter (BDM) und des Europäischen Milk Boards (EBM), neue marktwirtschaftliche Regulierungsinstrumente vorzulegen, die modernen Anpassungsstrategien an die Marktentwicklung gewährleisten.

Die Verbraucherinnen und Verbraucher wünschen sich qualitativ hochwertige Milchprodukte und den Erhalt der flächendeckenden Kulturlandschaft. Wir begrüßen, dass der BDM diesen Wünschen Rechnung trägt und dies zur Priorität erklärt hat.
Gleichzeitig muss vermieden werden, dass Verbraucherinnen und Verbraucher durch unangemessene Mitnahmeeffekte der weiteren Verarbeitungs- und Handelsstufen bei den Preiserhöhungen über Gebühr belastet werden.

Wir fordern die Bundesregierung und den Deutschen Bauernverband (DBV) auf, in einen konstruktiven Dialog mit dem BDM einzutreten. Zudem erwarten wir von der Bundesregierung:

  • sich dafür einzusetzen, dass die Mengenregulierung beibehalten wird als ein Instrument gegen Massenerzeugung, um etwa Milchseen und Butterberge zu verhindern
  • den Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) als Vertreter der deutschen Milchviehbetriebe in die Beratungen zur Weiterentwicklung der Milchpolitik mit einzubeziehen
  • Alternativen zu dem vorschnell ausgerufenen Ausstieg aus dem deutschen Milchquotensystem zu entwickeln und
  • die europäische Milchpolitik dahingehend zu beeinflussen, dass die bäuerliche Milchviehwirtschaft flächendeckend, insbesondere in Mittelgebirgsregionen, erhalten bleibt.