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Pressemitteilung | 11.06.2009

Bekämpfung der Ernährungsarmut ist vorrangige Aufgabe des Staates

Anlässlich des 15. Jahrestreffens des Verbandes Deutscher Tafeln e. V. in Göttingen erklären Ulrike Höfken, Sprecherin für Ernährungspolitik und Verbraucherfragen und Markus Kurth, sozialpolitischer Sprecher:

Die herausragende Arbeit der Tafeln hat unsere volle Hochachtung und Unterstützung. Tafeln sind zu einem wichtigen gesellschaftlichen Element der Armutsbekämpfung geworden. Zehntausende Menschen zeigen dort Hilfsbereitschaft und Solidarität. Über die Ausgabe von Lebensmitteln haben viele Tafeln inzwischen ihren Aufgabenbereich erweitert und bieten unter anderem in Zusammenarbeit mit anderen Wohlfahrtsverbänden und Gewerkschaften Rechtsberatung, strukturelle Vernetzung, Ernährungsinformation oder Hausaufgabenbetreuung an.

Weil Tafeln nur die Symptome der Armut bekämpfen können, fordern sie – ebenso wie wir Grünen - die Ursachen anzupacken. Wir verlangen unter anderem die Erhöhung des Hartz IV Regelsatzes auf 420 Euro für Erwachsene und für Kinder einen nach dem tatsächlichen Bedarf bemessenen Regelsatz. Als Sofortmaßnahme wollen wir endlich ein gezieltes Aktionsprogramm für gesunde Kinderernährung in Kitas, Kindergärten und Schulen.

Ein solches Aktionsprogramm könnte durch die Gesamtfinanzen für die von der EU zur Verfügung gestellten 150 Millionen Euro pro Jahr für Schulmilch- und Schulobstprogramme sowie EU-Mittel für die sogenannte "Armenspeisung" in Höhe von 500 Millionen Euro pro Jahr mit finanziert werden. Es darf nicht sein, dass durch Zuständigkeitsgerangel die Umsetzung eines solchen Programms als Schlüssel der Armutsbekämpfung verhindert wird.

Wir fordern kurzfristig:

  • Unterstützung der Tafeln beim Ausbau der Vernetzungsarbeit mit anderen Wohlfahrtsverbänden, mit dem Ziel der strukturellen Armutsbekämpfung.
  • Ein gezieltes Aktionsprogramm für gesunde Kinderernährung im Rahmen einer Gemeinschaftsaufgabe von Bund und Ländern.
  • Die verbindliche Einführung und Kontrolle von guten Standards für die Verpflegung von Kindergarten- und Schulkindern.

Ulrike Höfken ist Vorsitzende des Ausschusses für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.