Zum heute veröffentlichten Nationalen Bildungsbericht "Bildung in Deutschland 2010" erklärt Priska Hinz, Sprecherin für Bildungspolitik:
Die Ergebnisse des nationalen Bildungsberichtes sind beschämend: Es gelingt immer weniger, die Kluft zwischen Bildungsverlierern und –gewinnern zu schließen.
Wir erwarten von der Bundesregierung und den Ländern, dass sie mutige Schritte gehen und das Bildungssystem so reformieren, dass alle Kinder und Jugendliche die gleichen Bildungschancen bekommen.
Der Bildungsbericht beschreibt, dass fast jedes dritte Kind in sozialen, finanziellen oder/und kulturellen Risikolagen aufwächst. Angesichts dieser Problemlagen wird erneut deutlich, wie dramatisch das erneute Scheitern des Bildungsgipfels vergangene Woche ist. Die Bildungsausgaben müssen verbindlich bis 2015 auf zehn Prozent des BIP erhöht werden. Bund und Länder dürfen jetzt nicht den Schwarzen Peter hin und her schieben. Dringend überfällige Reformen im Bildungsbereich lassen sich nur gemeinsam lösen wie etwa die Förderung der frühkindlichen Bildung, ein inklusives Schulsystem, individuelle Förderung und der Ausbau von Ganztagsschulen. Hierfür muss das Kooperationsverbot aufgehoben werden.
Wir fordern Ministerin Schavan auf, in den von Bundesseite aus zuständigen Bereichen der beruflichen Bildung und Weiterbildung unverzüglich wichtige strukturelle Veränderungen anzugehen. Das vom Bundesbildungsministerium vorgestellte Konzept der Bildungsketten und Bildungslotsen reicht da bei weitem nicht aus! Berufsorientierung in der Schule ist wichtig, nach der Schule dürfen Jugendliche aber nicht in Warteschleifen hängen bleiben. Die Bildungskette - muss wie wir in unserem Konzept DualPlus ausführen - weitergeknüpft werden in Ausbildung und Weiterbildung.
Hamburg – unter der grünen Bildungssenatorin Christa Goetsch - stellt sein Übergangssystem in diesem Sinne bereits um und führt mit einem gezielten Rahmenkonzept alle Akteure zusammen, so dass Jugendliche ab der 8. Klasse Ansprechpartner, Orientierung und Unterstützung für ihren Weg in eine Ausbildung oder ein Studium finden. Den Jugendlichen, die nicht sofort einen regulären Arbeitsplatz finden, können in einem vom Land finanzierten ersten Ausbildungsjahr Qualifizierungsbausteine erwerben, die danach einen nahtlosen Übergang in die duale Ausbildung ermöglichen.
