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Pressemitteilung | 12.03.2010

Islamkonferenz: Dialog auf breiterer Basis fortsetzen

Zum möglichen Ausstieg einzelner muslimischer Verbände aus der Deutschen Islamkonferenz (DIK) erklärt Volker Beck, Erster Parlamentarischer Geschäftsführer:

Die Islamkonferenz muss die Frage beantworten: Wie kommen wir in Deutschland zu staatlich anerkannten und gleichberechtigten islamischen Religionsgemeinschaften?

Die Diskussion über die Integration des Islam in Deutschland ist zu wichtig, als dass muslimische Verbände sich vorschnell daraus verabschieden sollten. Auch wenn es aus der DIK bisher keine greifbaren Ergebnisse gab, ist das Gespräch doch der richtige Weg. Ziel muss es sein, vom bloßen Räsonieren zu einem religionsrechtlichen Prozess zu kommen. Es wäre unklug, wenn nun Einzelverbände aussteigen. Stattdessen sollten sie konstruktiv an einer Lösung mitarbeiten, die auch kleine Moscheegemeinden, beispielsweise über die Landesebene, in den Dialog einbezieht.

Es war ungeschickt vom Bundesinnenminister, erst so spät auf thematische Anliegen der Verbände einzugehen. Dass sich eine Konferenz zum Islam in Deutschland auch mit der wachsenden Feindseligkeit gegenüber Muslimen in unserer Gesellschaft beschäftigt, muss eine Selbstverständlichkeit sein.

Um die gesellschaftliche Relevanz zu unterstreichen, muss in Zukunft auch der Bundestag an der Islamkonferenz beteiligt werden. Nur so können Vorschläge und Ideen auch in die Gesetzgebung einfließen und somit Realität werden. Die stärkere Einbindung der Bundesländer war hier schon ein richtiger Schritt, da viele Fragen, beispielsweise zum Schulunterricht, in der Kompetenz der Länder liegen.