Zum Inkrafttreten des Bundesausbildungsförderungsgesetzes (BAföG) am 1. September 1971 erklärt Kai Gehring, bildungs- und hochschulpolitischer Sprecher:
Ohne BAföG wäre der Bildungsaufstieg ganzer Generationen von Schülern und Studierenden aus weniger verdienenden Elternhäusern blockiert geblieben. Das BAföG hat unsere Republik chancengerechter gemacht und Bildungsbarrieren eingerissen. Bund und Länder investieren damit seit vier Jahrzehnten in die Zukunft der jungen Generation. Der runde Geburtstag muss Anlass zum Feiern und Fortentwickeln der Ausbildungs- und Studienfinanzierung sein. Um künftig mehr Studienberechtigte aus nicht-akademischen Haushalten zu erreichen und unsere Hochschulen viel stärker sozial zu öffnen, muss das BAföG modernisiert werden.
Statt Schavans Deutschland-Stipendien oder einer steuerlichen Absetzbarkeit nach dem Studium brauchen wir eine breitere und bessere Studienfinanzierung bereits während der Campus-Zeit. Das BAföG muss durch eine große Reform zukunftsfähig gemacht und zu einem Zwei-Säulen-Modell ausgebaut werden. Damit erhielten alle Studierenden elternunabhängig einen Sockelbetrag, Studierende aus einkommensarmen Elternhäusern zusätzlich eine starke soziale Säule. Eine solche Modernisierung der staatlichen Studienfinanzierung schließt das Mittelschichtsloch, antwortet auf die Bologna-Struktur und Vielfalt der Bildungsbiografien. In Zeiten des Fachkräfte- und Akademikermangels setzt das Zwei-Säulen-Modell einen starken Studienanreiz und erhöht Bildungsmobilität.
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