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Pressemitteilung | 30.11.2011

Abschlussbericht kann kein Schlussstrich sein

Zum Abschlussbericht des Runden Tisches sexueller Kindesmissbrauch erklärt Ekin Deligöz, stellvertretende Fraktionsvorsitzende und Mitglied des Runden Tisches:

Der Runde Tisch hat wichtige Beiträge für die Weiterentwicklung des Kinderschutzes geleistet. Erstmals wurde massiv der Blick auf den Kinderschutz in Einrichtungen gelenkt. Im Zuge seiner Arbeit sowie der Tätigkeit der Missbrauchsbeauftragten ist die Aufarbeitung des 'Missbrauchsskandals' voran getrieben worden.

Der Abschlussbericht kann und darf kein Schlussstrich sein. Es ist gut, dass viele Opfer sexueller Gewalt ihr Schweigen brechen und Anerkennung für das ihnen zugefügte Leid fordern. Es bleibt eine Daueraufgabe der Politik und der gesamten Gesellschaft, die Sensibilität für das Thema wachzuhalten und die Aufklärungsarbeit auszuweiten.

Jetzt gilt es, die konkreten Berichtsempfehlungen umzusetzen. Besonders wichtig sind die Beratungsstellen zum sexuellen Missbrauch. Ihre Finanzierung muss durch Bund und Länder verbindlich sichergestellt werden. Auch die Verwirklichung des Hilfesystems ist eine beachtliche Herausforderung. Zum Beispiel erscheint eine Begrenzung auf zurückliegende Fälle nur dann akzeptabel, wenn die Stärkung der Opfer im Verfahren tatsächlich greift und auch Optimierungen bei Beratungsleistungen, gesetzlicher Opferentschädigung und Therapieversorgung verwirklicht werden.

Es ist zu begrüßen, dass am Runden Tisch eine Reihe guter fachlicher Impulse erfolgt sind. Dies betrifft so unterschiedliche Bereiche wie die Handlungsleitlinien für Prävention und Intervention in Institutionen, Beratungsinfrastrukturen, Präventions- und Qualifizierungskonzepte, Stellung des Opfers im Verfahren, zivilrechtliche Verjährungsfristen oder auch die dringend erforderliche Stärkung der Forschung in diesem Feld. Ohne das tatkräftige Engagement etlicher Fachleute mit unterschiedlichstem Hintergrund sowie der Betroffenen wäre dies wohl kaum in der Weise erfolgt.

Der Runde Tisch sollte sich in einem Jahr erneut treffen und die bis dahin erfolgte Umsetzung bilanzieren.

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: http://twitter.com/#gruensprecher