Zum Entschluss Pakistans, nicht an der Bonner Afghanistan-Konferenz am 5. Dezember 2011 teilzunehmen, erklären Jürgen Trittin, Fraktionsvorsitzender, und Frithjof Schmidt, stellvertretender Fraktionsvorsitzender:
Die Absage der Teilnahme Pakistans an der Internationalen Afghanistan-Konferenz in Bonn ist ein schlechtes Signal für den politischen Verhandlungsprozess im Afghanistan-Konflikt. Ohne Pakistan kann es keine langfristige Friedenslösung für Afghanistan geben. Das Land spielt eine Schlüsselrolle in der Region. Durch das Ausscheren Pakistans besteht die Gefahr, dass die Verhandlungen schon vor Beginn der Konferenz zum Scheitern verurteilt sind. Denn die regionale Dimension des Konflikts ist unerlässlich und muss in erster Linie Pakistan, aber auch Indien, Iran, China und Russland einschließen. Wir fordern daher die pakistanische Regierung auf, ihre Entscheidung zu überdenken und an den Verhandlungstisch zurückzukehren.
Auch wenn Pakistan nicht an den Verhandlungen in Bonn teilnehmen wird, halten wir weiter am politischen Prozess für Afghanistan fest. Militärisch kann der Konflikt in Afghanistan nicht gelöst werden. Eine Friedenslösung kann nur dann erfolgreich sein, wenn alle Akteure mit einbezogen werden. Das gilt insbesondere für die afghanische Zivilgesellschaft. Ohne sie kann es keinen soliden Frieden geben.
Wir erwarten von der internationalen Staatengemeinschaft feste Zusage für ein langfristiges Engagement in Afghanistan, um die Afghaninnen und Afghanen beim zivilen Wiederaufbau zu unterstützen. Die internationale Staatengemeinschaft darf Afghanistan auch nach dem Abzug der Kampftruppen 2014 nicht alleine lassen.
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