Zum Baubeginn des ersten Abschnitts der A14-Nordverlängerung von Magdeburg nach Schwerin erklärt Stephan Kühn, Sprecher für Verkehrspolitik:
Wenn heute Verkehrspolitiker von Bund und Land wieder den Spaten schwingen, sind die üblichen Heilsversprechen des Fernstraßenbaus zu hören: Die Autobahn bringe Aufschwung und Arbeitsplätze. Dass dies von der Wissenschaft längst widerlegt und bei keinem der ostdeutschen Autobahnprojekte seit 1990 nachweisbar ist, hält den Bund weiterhin nicht davon ab, dem Osten diese falsche Medizin zu verabreichen. Leider glauben die Landesregierungen in Magdeburg und Schwerin an die Berliner Versprechen, obwohl es in Mecklenburg-Vorpommern ein offenes Geheimnis ist, dass die Erwartungen an die Ostseeautobahn A20 in der Realität wie Seifenblasen zerplatzt sind.
Der Bau der A14 von Magdeburg nach Schwerin ist mit Baukosten von rund 1,3 Milliarden Euro das teuerste und umstrittenste Infrastrukturprojekt in Ostdeutschland. Es ist gewissermaßen das Neuschwanstein ostdeutscher Verkehrspolitik: teuer und nutzlos. Dabei ließe sich der regionale Verkehr im Korridor Magdeburg – Schwerin mit maßvollen Investitionen im Bundesstraßennetz, also mehrspurigen Abschnitten und Ortsumfahrungen, zukunftsfähig gestalten. Anstatt überdimensionierte Autobahnen für nicht einmal 20.000 Fahrzeuge täglich zu bauen, braucht das von Verschleiß gekennzeichnete Fernstraßennetz dringend Mittel für den Substanzerhalt.
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