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Verantwortungsbewusste Ernährung | 26.01.2012

Billigschnitzel kommen teuer

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„Je weniger die Leute wissen, wie Würste und Gesetze gemacht werden, desto besser schlafen sie“, mit diesem Zitat von Otto von Bismarck verdeutlichte die Fraktionsvorsitzende Renate Künast den Ansatz, den Agrarindustrie und Teile von Politik und Gesellschaft im Umgang mit der Lebensmittelerzeugung aufrecht erhalten wollen.

Art und Umfang der heutigen Fleischproduktion haben weitreichende negative Folgen für Mensch, Tier und Umwelt. Aber wie erreichen wir einen nachhaltigen Fleischkonsum? Dazu legte die grüne Bundestagsfraktion eine Agenda vor, die sie am 21.1. mit Fachleuten und 270 Gästen diskutierte. Im Vorfeld beteiligte sich die Fraktion an der Demonstration „Wir haben es satt – Bauernhöfe statt Agrarindustrie“, auf der 23.000 Menschen eine Neuausrichtung der Agrarpolitik forderten.

Dabei ist schon lange bekannt, dass Art und Umfang der heutigen Fleischproduktion weitreichende negative Auswirkungen auf Mensch, Tier und Umwelt haben. Die Tierhaltung ist ein wesentlicher Treiber des Klimawandels, sie ist für 18 Prozent der globalen Treibhausgas-Emissionen verantwortlich. 30 Prozent des weltweit erzeugten Getreides wandern in die Futtertröge, gleichzeitig hungern eine Milliarden Menschen. Das heutige Ausmaß der Viehhaltung in Deutschland ist nur auf Grundlage des umfangreichen Futtermittelimports möglich. Deutschland nutzt bereits 2,5 Millionen Hektar Landfläche für den Sojaanbau in Südamerika. Das entspricht 20 Prozent der hier verfügbaren Ackerfläche. Um den zunehmenden Flächenbedarf für den Anbau von Futtermitteln zu befriedigen, wird Grünland umgebrochen und in den Tropen der Regenwald gerodet. Biologische Vielfalt wird vernichtet und CO2 freigesetzt. Die stark wachsende Anzahl von industriellen Tierhaltungsanlagen schadet auch dem ländlichen Raum in Deutschland. Sie zerstört regionale Wirtschaftskreisläufe und Arbeitsplätze in der bäuerlichen Landwirtschaft. Sie beeinträchtigt das Lebensumfeld vieler Menschen durch Keime, Gestank und andere Belastungen. Und auch für den Konsumenten selbst ist eine fleischlastige Ernährung alles andere als gesundheitsfördernd, denn sie erhöht das Risiko von Krebs, Diabetes und Herz-Kreislauferkrankungen.

Doch die schwarz-gelbe Bundesregierung hält weiter an der Expansion der Tierhaltung fest. Mit Billigfleisch sollen nicht nur die hiesigen Supermärkte sondern die ganze Welt überschwemmt werden. Landwirtschaftsministerin Aigner verkauft dies als Beitrag zur Ernährungssicherung. Den riesigen Flächen-Fußabdruck, den Deutschland in den Ländern des Südens für den Futtermittelanbau hinterlässt, verschweigt sie geflissentlich. Selbst der Skandal um den massiven Antibiotika-Einsatz in der Tierhaltung führt bei schwarz-gelb nicht zu der Einsicht, dass ein Systemwechsel in der Tierhaltung nötig ist – zum Wohle von Mensch, Tier und Umwelt.

Renate Künast machte deutlich, dass die Grünen ein Umsteuern bei Massentierhaltung und Fleischkonsum für unausweichlich halten. Wesentliche Bestandteile der Grünen Agenda für einen verantwortungsbewussten Konsum sind die Verschärfung des Ordnungsrechts, um Missstände in der Tierhaltung zu unterbinden, die Förderung von ökologischer Erzeugung und regionaler Lebensmittelverarbeitung, sowie die Stärkung der Verbraucherinformation.

Zu den Diskussionspanels:

"Anständig essen – aber wie?"

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Weniger, besser, tierfreundlicher – Wege zum nachhaltigen Fleischkonsum

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