Die grüne Position

Grüne Agrarpolitik im Bundestag

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Was für eine Landwirtschaft wollen wir? Wie soll unser tägliches Brot erzeugt werden? Und welche Auswirkungen sind wir bereit, dafür in Kauf zu nehmen?

Die Art und Weise wie wir unsere Lebensmittel produzieren und konsumieren, ist eine der zentralen ökologischen und sozialen Fragen unserer Zeit. Doch seit Jahren betreibt die Bundesregierung eine Politik, die nicht zukunftsfähig ist und von der nur wenige profitieren.

Umweltverbände, Tierschützer, Humanmediziner, VertreterInnen der bäuerlichen Landwirtschaft und der Sachverständigenrat für Umweltfragen schlagen Alarm: Antibiotikamissbrauch und Tierquälerei in der Massentierhaltung, Monokulturen und rapides Artensterben, Landraub, verseuchtes Grundwasser und überdüngte Böden sind nur die offensichtlichsten Missstände dieser politischen Fehlsteuerung. Neue Skandale werden im Wochen-Takt aufgedeckt.

Die ungerechte Agrarpolitik und der Dumping-Wettbewerb graben vielen Bäuerinnen und Bauern das Wasser ab. Immer mehr kleine und mittlere Betriebe müssen aufgeben – hier und anderswo. Der Ökolandbau stagniert trotz boomender Nachfrage. Gutes Handwerk wird ersetzt durch industrielle Fertigung. Besonders dramatisch ist die Situation in den Mega-Schlachthöfen, wo Tiere misshandelt  und Menschen unter unsäglichen Bedingungen ausgebeutet werden.

Weltweit sind 850 Millionen Menschen vom täglichen Hunger bedroht, 2,5 Milliarden Menschen sind dauerhaft mangelernährt. Die Industrienationen überschwemmen mit billigen, subventionierten Lebensmitteln den Markt vieler Entwicklungsländer und verhindern damit den Aufbau einer weitgehend rentablen, eigenständigen Landwirtschaft. Die westliche Agrarpolitik - Deutschland spielt hierbei eine treibende Rolle – versucht verstärkt, die Agrarexporte auszudehnen und zugleich die industrielle Agrarproduktion in den Entwicklungsländern voranzutreiben. Die vielen kleinen Projekte, die die Entwicklung ländlicher Strukturen voranbringen sollen, ändern nichts an der Gesamtentwicklung und haben oftmals reine Greenwashing-Funktion. Unsere industrielle Agrarproduktion ist nicht Teil der Lösung, sondern Teil des globalen Hungerproblems.

Immer mehr Menschen haben diese Fehlentwicklungen satt. Eine wachsende Bewegung demonstriert gegen Industrieställe, Gentechnik und den zweifelhaften Einfluss von multinationalen Agrokonzernen wie Monsanto. Sie fordern eine bessere und gerechte Landwirtschaft.

Doch die Bundesregierung quittiert die massiven Missstände mit einem bloßen Achselzucken. Statt die Sorgen der Menschen ernst zu nehmen, bedient sie ungerührt die Interessen der Agrarindustrie. Mit unverbindlichen Tierschutz-Zusagen der Industrie will sie den immer lauter werdenden Unmut über die Zustände in den Mastanlagen überdecken. Neue Zulassungen für Gentech-Saatgut lässt sie ungehindert passieren. Und sie verschleppt und verwässert die Reform der Düngeverordnung, die dringend benötigt wird, um den Bürgerinnen und Bürger auch weiterhin trinkbares Wasser zu sichern. Stattdessen fördert sie weiter Massentierhaltungsanlagen, schafft Hintertüren für Gen-Soja und treibt reihenweise bäuerliche Betriebe in die Pleite.

Wir Grüne im Bundestag wollen eine Agrarwende hin zu einer Landwirtschaft, die mit der Natur arbeitet und nicht gegen sie. Wir wollen eine Landwirtschaft, die Tiere artgerecht behandelt, die das Klima schützt und die Artenvielfalt bewahrt. Eine Landwirtschaft, die Bäuerinnen und Bauern jenseits des Wachsens oder Weichens eine Perspektive bietet. Wir wollen eine Politik, die Umweltleistungen und Tierschutz belohnt, anstatt sie zum Wettbewerbsnachteil zu machen, ohne dass Menschen in den Agrarfabriken und Schlachthöfen ausgebeutet werden. Wir wollen eine Landwirtschaft fördern, die ohne Gentechnik, Antibiotikamissbrauch und Pestizide arbeitet. Eine Landwirtschaft, die den Hunger in der Welt bekämpft und nicht verschärft. Und eine Politik, die den regionalen und ökologischen Anbau stärkt statt auf Fleischexporte zu setzen. Eine Handelspolitik, die auf Fair -Trade setzt  und das Recht auf Nahrung auch global durchsetzt. Eine Politik, die gute Lebensmittel fördert und für Verbraucher klar erkennbar macht, was sich hinter bunten Verpackungen verbirgt und woher das Fleisch wirklich stammt.

Hier zeigen wir, wie es geht.

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