Dimethoat-haltige Pflanzenschutzmittel gehören zu den besonders gefährlichen Pestiziden. Sie gelten als neurotoxisch und erbgutschädigend und sind darüber hinaus für die Umwelt, insbesondere für Bienen und Vögel aber auch für Fische und Wasserorganismen, sehr schädlich.
Obwohl sich die Bundesregierung der mit dem Einsatz der Mittel einhergehenden Gefahren bewusst ist, hält sie ein besonderes Rückstandsmonitoring beziehungsweise eine Erfassung und Bewertung möglicher ökologischer Auswirkungen nicht für notwendig.
Auch hält sie die Verwendung von Dimethoat-haltigen Pestiziden für alternativlos: Biologische Bekämpfungsmaßnahmen, zum Beispiel durch insektenpathogene Nematoden, oder die Anwendung von Ködersprays seien noch nicht praxistauglich. Umweltschonende, nicht-chemische Schutzvorkehrungen – wie beispielsweise das Einnetzen von Bäumen oder die Abdeckung der Böden durch Netze – seien zwar vom Wirkungsgrad am effektivsten, wären jedoch wirtschaftlich nicht rentabel.
Wir Grüne sind der Meinung: Eine Ausweitung der Forschung und Weiterentwicklung von alternativen Pflanzenschutzmitteln ist dringend notwendig.
Außerdem besteht dringender Klärungsbedarf hinsichtlich der jetzt in Kraft getretenen EU-Verordnung über das Inverkehrbringen von Pflanzenschutzmitteln. Auch giftige Pestizide wie Dimethoat-haltige Mittel sollen in Zukunft in der EU zonal zugelassen werden. In welchen Ländern der Wirkstoff Dimethoat bereits zugelassen ist, konnte die Bundesregierung jedoch nicht abschließend beantworten. Ebenso wenig konnte sie unsere Frage nach den möglichen Auswirkungen der zonalen Zulassung von Pestiziden auf die Zulassungssituation in Deutschland beantworten. Hier werden wir noch einmal nachhaken und die Bundesregierung daran erinnern, ihre Hausaufgaben zu machen.
Die Umsetzung des europäischen Pflanzenschutzrechtes und die Erarbeitung eines neuen deutschen Pflanzenschutzgesetzes stehen nun an. Dabei kommt es darauf an, den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln gesundheits- und umweltverträglich zu gestalten. Für die Umwelt und die menschliche Gesundheit gefährliche Pestizide müssen schnellstmöglich adäquat ersetzt werden.

