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Studie | 19.01.2011

Stiefkind Ökolandbau

Deutschland ist der größte Absatzmarkt für Bio-Produkte in Europa. Zwischen 2000 und 2009 wuchs der Umsatz mit Bio-Produkten um 180 Prozent. Einziger Makel an dieser sehr positiven Entwicklung: Die heimische Landwirtschaft verliert Marktanteile in diesem boomenden Markt. Denn der Zuwachs an ökologischer Fläche bleibt weit hinter den Nachfragesteigerungen zurück. Vor allem bei Obst und Gemüse, einem besonders wichtigen Segment im Bio-Markt, wandert die Produktion ins Ausland ab.

Schwarz-Gelb hemmt deutsche Bio-Produktion

Die Gründe: Union und FDP setzen lieber auf billige Massenproduktion und Exportorientierung als auf Qualitätsanbau und Verbraucherwünsche. Der Ausbau der ökologischen Landwirtschaft wird blockiert.

Seit 2005 wurde zum Beispiel die Umstellungsförderung in Deutschland deutlich abgesenkt. Das schwarz-gelb regierte Schleswig-Holstein ist nun sogar aus der flächendeckenden Umstellungsförderung ausgestiegen. Auch die Honorierung der gesellschaftlichen Leistungen, die der ökologische Landbau anerkannter Maßen erbringt, liegt in Deutschland im Vergleich zu anderen europäischen Staaten nur im Mittelmaß. Das hat eine im Auftrag der grünen Bundestagsfraktion erarbeitete Studie der Universität Bonn ergeben.

Absurde Politik

Andere EU-Länder haben die Chancen im deutschen Bio-Markt erkannt und entwickeln mit ihrer Förderpolitik gezielte Exportstrategien. Schwarz-Gelb hingegen schwächt aus ideologischen Gründen die Wettbewerbsfähigkeit des heimischen Ökolandbaus, wie sich auch an der Öffnung des Bundesprogramms Ökolandbau für andere Landwirtschaftsformen belegen lässt. Die hohen volkswirtschaftlichen und ökologischen Kosten dieser absurden Politik werden billigend in Kauf genommen.

 

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