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Die grüne Position | 19.10.2009

Den demografischen Wandel gestalten

Wir werden weniger, älter, bunter. Weniger Kinder durch eine sinkende Geburtenrate stehen mehr älteren Menschen gegenüber. Dazu kommen die zugewanderten Bürgerinnen und Bürger, die hier mit ihren Kindern dauerhaft leben wollen. Diese Zusammensetzung bestimmt das Bild der Bevölkerung in Deutschland schon jetzt und das wird auch auf absehbare Zeit so bleiben. Wir Grüne wollen diesen demografischen Wandel aktiv gestalten. Uns geht es darum, die Chancen und Potenziale zu nutzen, die sich in diesem Prozess neu eröffnen. Wir wollen auch künftig generationensensible Konzepte entwickeln, die unserem erweiterten grünen Gerechtigkeitsbegriff entsprechen. Dies ist eine Querschnittsaufgabe, die ressort- und ebenenübergreifendes Handeln erfordert. Kurzfristige Wahlerfolge dürfen dabei nicht der zentrale Maßstab sein. Vielmehr muss sich die Politik von heute an ihren Folgen für das Morgen messen lassen: Generationengerechtigkeit muss elementares Ziel politischen Handelns sein.

Zentrale Handlungsfelder für die Gestaltung des demografischen Wandels

  • Zukunftsfähige soziale Sicherungssysteme: Wir brauchen eine generationengerechte Rentenversicherung, die auch zunehmend zur Regel werdende lückenhafte Erwerbsverläufe absichert. Desgleichen eine Bürgerversicherung, die alle Erwachsenen mit Einkommen aus allen Erwerbsarten einbezieht. Wir wollen ein Gesundheits- und Pflegesystem, das Prävention in den Mittelpunkt rückt, eine Prävention, die alle, unabhängig von der Herkunft erreicht. Im Krankheits- und Pflegefall muss eine menschenwürdige Versorgung garantiert sein.
  • Bildung, Wissenschaft und Arbeitswelt: Bildung ist eine Schlüsselressource in der Wissensgesellschaft. Darum müssen die Zugangschancen zu Bildung für Menschen jeder sozialen Zukunft und jeder Altersgruppe gewährleistet sein. Lebenslanges Lernen muss genauso selbstverständlicher Teil der Arbeitswelt sein wie eine Kultur der Altersarbeit, denn in einer älter werdenden Gesellschaft können wir auf die Erfahrungen und Fachkenntnisse der Älteren nicht verzichten.
  • Nachhaltige Infrastruktursysteme und gestärkte Kommunen: Der demografische Wandel verlangt nach flexiblen Formen der Daseinsvorsorge wie der kulturellen und sozialen Infrastruktur. Für schrumpfende Siedlungsräume macht es keinen Sinn, immer mehr Wachstum anzustreben. Stattdessen verfolgen wir das Leitbild einer qualitativen und nachhaltigen Entwicklung. Pauschale Lösungen gibt es nicht, vielmehr gilt es, nach regional angepassten Wegen zu suchen. Dafür wollen wir die Kommunen als Akteure deutlich stärken.
  • Eine moderne Gesellschaftspolitik: Wir stehen für eine Familienpolitik, die das Leben mit Kindern und die Teilhabe an Arbeitsmarkt und Gesellschaft gleichermaßen ermöglich. Eine gezielte Zeitpolitik kann entscheidend dazu beitragen, die unterschiedlichen Lebensbereiche in Einklang zu bringen. Wir wollen zudem das Miteinander der Generationen gezielt fördern, von der Wohnungs- und Stadtplanung bis zur Unterstützung generationenübergreifender Freiwilligendienste. Unsere Integrationspolitik stellt die Teilhabe an Bildung und Arbeitsmarkt ins Zentrum.

 

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