Die Zusammensetzung unserer Bevölkerung wird sich in den kommenden Jahren deutlich verändern: Wir werden älter, weniger und bunter. Grüne Politik setzt vor allem auf die Chance, mit dem demografischen Wandel unser Zusammenleben neu zu denken. Unser Ziel ist es, auch unter den veränderten Bedingungen eine soziale und solidarische Gesellschaft zu ermöglichen, in der alle Menschen ein selbst bestimmtes Leben führen können und die durch ein gutes Miteinander der Generationen geprägt ist.
Wir werden älter
Die Lebenserwartung ist in Deutschland in der Vergangenheit stark angestiegen und nimmt auch weiterhin zu. Bis zum Jahr 2060 wird sich die Lebenserwartung von Jungen bei Geburt auf 85 Jahre (aktuell: 77,2 Jahre) und bei Mädchen auf 89,2 Jahre (aktuell: 82,4 Jahre) erhöhen. Die Lebenserwartung der Männer wird stärker ansteigen, so dass sich der Unterschied zwischen den Geschlechtern vermindert.
Das wirklich neue an der demografischen Entwicklung, so wie sie sich derzeit gestaltet, ist nicht das Älterwerden der Menschen, sondern, dass sich die Relation zwischen Alt und Jung stark verändern wird: So liegt die Zahl der 80-Jährigen und Älteren heute bei vier Millionen, das sind fünf Prozent der Bevölkerung. Bis zum Jahr 2050 wird diese Zahl mit zehn Millionen auf ihren höchsten Wert steigen. Zwischen 2050 und 2060 sinkt die Zahl auf 9 Millionen. Das bedeutet, dass jeder siebte in Deutschland über 80 Jahre alt sein wird, also 14 Prozent der Bevölkerung. Die Zahl der unter 20jährigen wird von heute 16 Millionen auf etwa 10 Millionen im Jahr 2060 zurückgehen. Damit wird es 2060 nur in etwa eine Million mehr junge Menschen unter 20 Jahren geben als Menschen im Alter von 80 Jahren und mehr.
Wir werden weniger
Seit langem stagnieren die Geburtenraten in Deutschland. Statistisch gesehen bekommt eine Frau 1,4 Kinder. Um den Bevölkerungsbestand zu erhalten, wären aber 2,1 Kinder je Frau notwendig. Das führt dazu, dass jede Generation automatisch um ein Drittel kleiner ist, als die jeweilige Elterngeneration. Zudem sterben mehr Menschen als geboren werden. Da das Geburtendefizit durch Zuwanderung nicht ausgeglichen wird, schrumpft die Bevölkerung in Deutschland. Das Statistische Bundesamt geht davon aus, dass im Jahre 2060 zwischen 65 und 70 Millionen Menschen in Deutschland leben, je nachdem wie viele Menschen zuwandern werden.
Wir werden bunter
Deutschland ist ein Einwanderungsland. Fast ein Fünftel der Bevölkerung in Deutschland (über 15 Millionen) hat inzwischen einen Migrationshintergrund. Zur Bevölkerung mit Migrationshintergrund werden die seit 1950 nach Deutschland Eingewanderten und ihre Nachkommen gezählt. So waren im Jahr 2010 Personen mit Migrationshintergrund im Durchschnitt deutlich jünger als diejenigen ohne Migrationshintergrund, nämlich 35,0 Jahre gegenüber 45,9 Jahre.
Fazit: Die Zukunft gestalten!
Da sich die Bevölkerungsentwicklung nicht schlagartig ändert, lassen sich diese Trends als sehr wahrscheinliche Zukunftsentwicklungen vorhersagen. Daraus ergeben sich jedoch nicht zwangsläufig negative Konsequenzen. Im Gegenteil: es kann uns freuen, dass die Menschen älter werden. Und die Bevölkerungszahl eines Landes ist heutzutage nicht die ausschlaggebende Variante für Wohlstand und Lebensqualität.
Grüne Politik setzt vor allem auf die Chance, mit dem demografischen Wandel unser Zusammenleben neu zu denken. Unser Ziel ist es, auch unter den veränderten Bedingungen eine soziale und solidarische Gesellschaft zu ermöglichen, in der alle Menschen ein selbst bestimmtes Leben führen können und in der das gesellschaftliche Klima durch ein Miteinander der Generationen geprägt ist. Die Voraussetzung ist dafür zunächst, die Realität anzuerkennen. Nur so kann Zukunft gestaltet werden. Es ist wichtig jetzt zu handeln und nicht zu warten bis die Herausforderungen immer größer werden.
