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Die grüne Position | 13.10.2009

Für eine humane Drogenpolitik

Der Konsum von Drogen gehört seit jeher zur menschlichen Kultur. Es ist nicht zu erwarten, dass die Menschen die Nutzung psychoaktiver Substanzen aufgeben. Die Drogenpolitik ist insbesondere dann gefragt, wenn durch riskante Konsumformen Freiheit und Selbstbestimmung der betroffenen Menschen in Gefahr geraten.

Prävention

Für uns gehört die Prävention in den Mittelpunkt der Drogenpolitik. Wir befürworten glaubwürdige und frühzeitige Maßnahmen, die Abhängigkeit und riskante Konsumformen verhindern oder zumindest verringern. Dagegen halten wir es für falsch und kontraproduktiv, den Konsum von Drogen zu kriminalisieren und die Konsumenten auf den Schwarzmarkt zu verdrängen. Denn dort gibt es keine Regulierung. Prävention, die ihren Namen verdient, wird so eher behindert. Deshalb setzen wir auf die Entkriminalisierung von weichen Drogen wie zum Beispiel Cannabis.

Wir wollen einen angemessenen Weg einschlagen zwischen einer staatlich verordneten Abstinenzkultur und einer drogenpolitischen Laissez-faire-Haltung. Dazu wollen wir geeignete Rahmenbedingungen setzen und DrogenkonsumentInnen befähigen, gesundheitsbewusst zu handeln. Wir setzen auf eine rationale und am Menschen orientierte Drogenpolitik: Zentrale Elemente sind die Verhaltensprävention, die Schulung im verantwortlichen Umgang mit Drogen wie auch Verhältnisprävention, also eine Veränderung der äußeren Umstände, die zum Drogenkonsum verleiten - wie etwa beschönigende Werbung.

Glaubwürdige und substanzübergreifende Drogen- und Suchtpolitik

Wir setzen uns für eine Drogen- und Suchtpolitik ein, die gesundheitspolitisch konsequent handelt, die also illegale und legale Drogen genauso wie die Verhaltenssüchte einbezieht. Mit einem Mix verschiedener Maßnahmen wollen wir insbesondere die Prävention problematischer Konsumformen und von Abhängigkeit wirksam unterstützen. Unser Ziel ist eine Drogenpolitik, die den Willen zur Drogenfreiheit stärkt. Die Menschen, die dennoch Drogen gebrauchen, sollen zu einem verantwortlichen Umgang mit Drogen und stoffungebundenen Suchtmitteln befähigt werden.

Überlebenshilfe: Therapie und Schadensminderung

Wir wollen ein gut ausgebautes Angebot zur Therapie von Suchterkrankungen. Die Wahl der geeigneten Behandlung oder Therapie darf nicht von betäubungsmittelrechtlichen Vorschriften beziehungsweise politischen Vorgaben abhängen, sondern muss der individuellen Situation gerecht werden. Finanzierung und Qualität der Therapie brauchen Stetigkeit und Verbindlichkeit. Den absehbaren Veränderungen bei den Konsumgewohnheiten von Drogen (Lifestyledrogen, Medikamente) muss stärker Rechnung getragen werden.

Angebote zur individuellen Schadensminderung für Patientinnen und Patienten müssen niedrigschwellig angelegt sein. Die Kriminalisierung des Drogenbesitzes wirkt sich nachteilig für die Betroffenen aus. Wir plädieren dafür, niedrigschwellige "Drug-Checking-Programme" für bestimmte psychoaktive Substanzen einzuführen, um so zum Beispiel die Schädigung durch gesundheitsgefährdende Beimengungen oder Rezepturen zu verhindern.

 

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