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Strompreise | 24.08.2012

Verbraucher zahlen zu viel für Strom

Euroscheine stecken in einem angeschalteten Stromverteiler.
Euroscheine stecken in einem angeschalteten Stromverteiler.

Seit 2008 hat sich der Beschaffungspreis für Strom an der Börse annähernd halbiert. Ein Grund dafür: Immer mehr Ökostrom wird an der Börse gehandelt und senkt dort die Preise. Doch dieser Preisvorteil kommt bei den privaten Verbrauchern nicht an.

Ein Gutachten im Auftrag der grünen Bundestagsfraktion hat errechnet, dass den Verbrauchern im Jahr 2012 Preisnachlässe im Gesamtvolumen von 3 Milliarden Euro vorenthalten werden. Der Strompreis könnte aktuell zwei Cent die Kilowattstunde niedriger liegen, wenn die Versorger die gesunkenen Einkaufspreise der Vergangenheit entsprechend weitergereicht hätten. Der Rechnung liegt ein privater Jahresverbrauch in Deutschland von 140 Milliarden Kilowattstunden zugrunde. Die Berechnung zeigt, dass private Stromverbraucher offenbar von den Konzernen ausgenutzt werden, um höhere Gewinne zu realisieren.

Das müssen sich die Stromkunden nicht bieten lassen. Es steht jedem Haushalt frei, von wem er seinen Strom beziehen möchte. Um unnötig hohen Strompreise zu entgehen, empfiehlt sich für Verbraucher ein Wechsel des Stromversorgers.

Während die Industrie im laufenden Jahr rund 3 Prozent weniger für ihren Strom bezahlen muss als im letzten Jahr, steigt der Preis für Verbraucher weiter. Seit 2008 ist der Tarifkundenpreis für Strom um 20 Prozent gestiegen. Dafür trägt die Bundesregierung eine Mitschuld. Denn sie lädt die Kosten der Energiewende bei den Verbrauchern ab, während sie die Unternehmen breit entlastet.

 

 

 

 

 

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Wer 26,4 ct/kWh zahlt wie Herr Harms muss schon sehr blöde sein
von Energiesparer am 24.08.2012
Ich zahle derzeit 20,4 und das für die nächsten 12 Monate. Wer mehr bezahlen will kann das gerne tun, er muss es aber nicht.
Zugegeben: "Abkassieren der Konzerne" klingt besser, damit hat man die Bildzeitung auf seiner Seite.
Stromanbieter wechseln!
von Claudia am 27.08.2012
Ich habe einfach meinen Stromanbieter gewechselt und beziehe jetzt Öko-Strom. Damit werden Erneuerbare gefördert und gleichzeitig kriegen die Großkonzerne kein Geld von mir. Kann ich nur empfehlen!
Wer muß die Kosten der Energiewende bezahlen?
von Gerhard Heinl am 30.08.2012
Leider steht in dem obigen Artikel nichts über die sehr großen Gewinne, die die Stromkonzerne in den letzten Jahren gemacht haben.
In der augenblicklichen Diskussion über die Kosten der Energiewende fehlt mir von grüner Seite eine laute Forderung an die Stromkonzerne, ihre Gewinne nun in die Energiewende einzubringen und nicht die Kosten auf die Verbraucher abzuwälzen.!

Mit gruß
Gerhard Heinl
von Julia S.V. am 31.08.2012
Das muss auch von Grüner Seite viel lauter an die Öffentlichkeit! Die Leute hören ständig nur "Energiewende macht den Strom teurer" von Seiten der Großunternehmen und der Regierung. Wir müssten das mal endlich in der allgemeinen Debatte klar stellen! Auf der Grünen Homepage nützt es leider wenig, das muss offen (und offensiver) in die Medien!
Abzocke
von Wilfried Becker am 31.08.2012
Meines Erachtens muss seitens der GRÜNEN viel deutlicher gemacht, dass Schwarz-Gelb und Stromkonzerne unter einer Decke stecken und alle Anstrengungen unternehmen aus der Energiewende wieder herauzukommen. Dazu ist denen jedes Mittel recht. Über Verbrauchertäuschung bis hin zur Abzocke, der Verbraucher soll zahlen.
Leuteverdummung
von uli660 am 02.09.2012
Gute Forderung von Julia S.V. ! Warum gehen die GRÜNEN nicht offensiv in die Öffentlichkeit?
Weil ihre bewusste fehlinformation schnell als LEUTEVERDUMMUNG entlarvt würde!

Warum ist denn der Ökostrom teilweise so billig an der Strombörse? Weil an Verbrauchsarmen Tagen mit viel Sonne und Wind mehr Strom erzeugt als gebraucht wird. Der Überschuss muss aber (Abnahmeverpflichtung) durch die Versorgungsunternehmen abgenommen und verkauft werden! Das hat sogar schon zu negativen Preisen an der Strombörse geführt. D.h. wir haben draufgezahlt um den Strom los zu werden! Wir?
Ja WIR! Denn auch dieser Verlust muss durch deutsche Stromkunden ausgeglichen werden.
Strompreis nicht zahlen; Regulierung des Preises
von Axel Drömer am 05.09.2012
Ich widerspreche seit Jahren den dauernden Preiserhöhungen der Konzerne und zahle den Preis von 2006. Eine Klage hat der Anbieter bisher nicht erhoben. Mir geht auch das Gerede von den Kosten der Konzerne auf den Geist, reden wir mal über die Gewinne in der Vergangenheit.

Leider ist die Energiewirtschaft gut "vernetzt" und auch die Regierungsfraktionen/Regierung in Berlin stehen auf der Seite der Konzerne statt auf der der Verbraucher.

Mit der Abzocke der Privaten und der Subventionierung der Unternehmen muss endlich Schluss sein. Ich fordere von allen Parteien endlich Maßnahmen gegen die Konzerne bei den Strompreisen durch strenge Regulierung.
Kosten der Energiewende
von Kurtus am 20.09.2012
Da viele der grösseren Unternehmen sich jetzt vor den Kosten drücken wollen/ werden, sollten sie künftig auch nicht von den dann sinkenden Energiepreisen profitieren, sprich, sie sollten dann Ausgleichslasten zu tragen haben. Oder schaffen wir hier neue Ungerechtigkeiten zulasten des OttoNormal-Verbrauchers?
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