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UNESCO | 22.03.2011

Weltbildungsbericht 2011

Politisches Handeln und Einlösen der Versprechen dringend notwendig

Der aktuelle Weltbildungsbericht der UNESCO, der UN-Organisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur, verdeutlicht die verheerenden Auswirkungen von gewaltsamen Konflikten auf die Bildung. So leben ein Drittel der Kinder, die weltweit keine Schule besuchen – rund 28 Millionen – in Konflikt- und Postkonfliktländern.

Die UNESCO zeigt auf, wie diese Kinder durch gezielte Angriffe auf Schulen, durch sexuelle Gewalt und weitere schwerwiegende Menschenrechtsverletzungen gefährdet sind. So habe sich etwa in Afghanistan im Jahr 2009 die Zahl der Angriffe auf Schulen im Vergleich zum Vorjahr auf mindestens 613 Schulen verdoppelt.

Der Fokus des UNESCO-Berichts auf Bildung und Konflikte ist richtig, denn die Konfliktdimension kommt in den bisherigen Bildungsstrategien zu kurz. Auch die deutsche Entwicklungszusammenarbeit muss Konflikte in ihrer aktuellen Bildungsstrategie stärker berücksichtigen.

Der aktuelle Zwischenstand der UNESCO zur Erreichung der Bildungs-Entwicklungsziele bis zum Jahr 2015 macht klar: die internationale Gebergemeinschaft muss ihre Anstrengungen jetzt extrem intensivieren. In den letzen Jahren wurden Fortschritte erzielt. Doch bei aktuellem Trend wird die Zahl der Kinder ohne Zugang zu Bildung bis zum Jahr 2015 sogar wieder auf rund 72 Millionen ansteigen. Dies muss verhindert werden. Die Gebergemeinschaft muss zu ihren internationalen Versprechen stehen.

Die UNESCO zeigt in ihrem Bericht auf, was zu tun ist:

  • Es müssen bis 2015 weitere 1,9 Millionen Lehrkräfte eingestellt werden. 
  • Die geschlechterbedingte Lücke zwischen Bildungschancen für Jungen und Mädchen muss geschlossen werden.
  • Weitere 16 Milliarden US-Dollar jährlich sind nötig, um allein in Afrika südlich der Sahara das Ziel "Bildung für alle" zu erreichen.

Angesichts dieser Finanzierungslücke ist die Ankündigung von Minister Niebel, die deutschen Entwicklungsbeiträge für Bildung in Afrika bis 2013 zu verdoppeln, auf den ersten Blick zu begrüßen. Doch den Worten müssen Taten folgen: Die wichtigen Steigerungen für die Bildung dürfen nicht auf Kosten anderer Bereiche gehen.

Der Minister muss für die Umsetzung der Bildungsstrategie neue Mittel mobilisieren anstatt Gelder umzuschichten. Wenn das BMZ - wie angekündigt - Bildung in Entwicklungsländern stärker als bisher fördern will, dann muss die Strategie mit klaren Zielen und Indikatoren versehen werden. Diese fehlen bislang. Ziele lassen sich leicht proklamieren – entscheidend ist die nachvollziehbare und konsequente Umsetzung.

Zum UNESCO-Weltbildungsbericht 2011 hier.

 

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