Eine wesentliche Facette der Armut in Deutschland heißt "alleinerziehend". Wer in Deutschland Kinder alleine groß zieht, ist deutlich benachteiligt: Alleinerziehende sind häufiger von Armut betroffen, haben oft unsichere Beschäftigungsverhältnisse, kämpfen mit Wohnungs- und Zeitproblemen und sind öfter krank. Und anders als Paare mit Kindern, können sie die Verantwortung für Erziehung, die Haushaltsführung und eben auch das Geldverdienen nicht mit einem anderen Erwachsen teilen.
Wir fordern daher in einem eigenen Antrag eine deutlich bessere Unterstützung für Alleinerziehende. Nach vollmundigen Ankündigungen der Bundesregierung Alleinerziehende gerade bei der Arbeitsvermittlung besser betreuen zu wollen und auch für die notwendige Kinderbetreuung zu sorgen, ist nicht viel passiert. Wir Grüne fordern, hier den Ankündigungen endlich Taten folgen zu lassen.
Ausbau institutioneller, sozialer und finanzieller Hilfe dringend notwendig
Alleinerziehende brauchen auf sie zugeschnittenen Unterstützungsangebote, gute Kinderbetreuungsmöglichkeiten und flexible Beschäftigungsverhältnisse. Allen voran fordern wir einen Rechtsanspruch auf einen hochwertigen, ganztätigen Kinderbetreuungsplatz für Kinder unter drei Jahren. Der Ausbau der Kindertagesbetreuung geht immer noch zu langsam voran und Ganztagsplätze in Kitas und Schulen sind bisher vielerorts noch Mangelware. Auch die Betreuung der Kinder während einer Krankheit oder bei beruflicher Abwesenheit des betreuenden Elternteils ist nur selten qualifiziert und wohnortnah sichergestellt. Hier wollen wir mehr Unterstützungsangebote für Alleinerziehende im sozialen Nahraum zu etablieren
Auch die staatlichen Fürsorgeleistungen müssen so reformiert werden, dass sie Armut in Einelternfamilien und bei Kindern wirksam verhindern. Wir setzen uns deshalb für die Einführung bedarfsgerechter eigener Kinderregelsätze im SGB II und die Einführung einer existenzsichernden Kindergrundsicherung ein.
Insbesondere am Arbeitsmarkt sind Alleinerziehende aufgrund ihrer Lebenssituation benachteiligt, ein Großteil ist arbeitslos, geringfügig beschäftigt oder in prekären Beschäftigungsverhältnissen und bekommt Grundsicherungsleistungen. Alleinerziehende brauchen daher ein passgenaues und individuelles Fallmanagement, das die besonderen Belange und Lagen von Frauen und insbesondere von Alleinerziehenden berücksichtigt. Zudem wollen wir durch flächendeckende Mindestlöhne die weitere Ausbreitung des Niedriglohnsektors und von Lohnarmut verhindern.
