Die Bundestagsfraktion fordert den Stopp
Der "International Thermonuclear Experimental Reactor" ITER ist ein prestigeträchtiges Projekt. Die faszinierende Idee dahinter wird seit den 1930er Jahren intensiv erforscht: Es geht darum, von der Sonne zu lernen und Energie durch Verschmelzung von Atomkernen herzustellen. Aber dies ist trotz aller Bemühungen auf der Erde noch nicht gelungen. Es steht in den Sternen, ob mit der ITER–Technologie jemals Energie produziert werden kann.
ITER-Projekt würde keine Lösung der Energieprobleme sein
Selbst wenn ITER im Jahr 2050 tatsächlich mehr Energie liefern würde als wir verbrauchen, käme diese technologische Lösung viel zu spät. Soll der Klimawandel aufgehalten werden, müssen es die Industrienationen bis 2050 geschafft haben, mit einem wesentlich geringeren Energiebedarf auszukommen.
Dazu gilt es die Energieproduktion auf Erneuerbare Energien umzustellen und Wege zu finden, Einsparung und Energieeffizienz endlich zu praktizieren. Deshalb muss auch die Energieforschung auf diese Herausfordeurng konzentriert werden. Gelingt der Umbau, braucht es keinen Reaktor, der zentral massenhaft Energie produziert und nicht regelbar ist. Die hoch komplexe Kernfusion bleibt zudem immens teuer. Für Entwicklungs- und Schwellenländer ist die Kernfusion daher also keine Option.
Gigantische Kosten
Trotz Finanzierungsschwierigkeiten wird ITER bisher von der Europäischen Atomgemeinschaft (Euratom) und sechs weiteren Vertragsparteien (China, Indien, Japan, Südkorea, Russland und den USA) weiter verfolgt. Seit in Kraft treten des ITER-Vertrags 2007 sind die Kosten auf das Dreifache gestiegen. Da die EU fast die Hälfte der Baukosten trägt ist ITER eine enorme Belastung für den EU-Haushalt. Es ist ein falsches Versprechen der Kernfusion "unendlich viel Energie" bei geringem Umweltschaden produzieren zu können. Bündnis 90/Die Grünen fordern deshalb aus ITER auszusteigen.

