Am Mädchen-Aktionstag, dem Girls´ Day, können Mädchen der Klassen 5 bis 12 in ganz Deutschland ins Berufsleben reinschnuppern. Die grüne Bundestagfraktion beteiligte sich bereits zum zehnten Mal am Aktionstag. Diesmal waren 39 Schülerinnen aus Berlin und anderen Städten eingeladen, unsere Arbeit kennenzulernen. Renate Künast, Monika Lazar und viele andere Abgeordnete stellten ihre Arbeit vor. Die Fraktion informierte über ihre Ausbildungsmöglichkeiten. Ein Plenumsbesuch brachte die Mädchen ins Zentrum unserer Demokratie.
Wichtige Themen für die Mädchen waren die Bildungspolitik und der schlechte Zustand vieler Schulen. Zur Situation in Japan wurde nachgefragt. Ist die Energiewende in Deutschland überhaupt möglich und bezahlbar? Renate Künast warb dafür, auch im eigenen Umfeld aufs Energiesparen zu achten, beispielsweise Stand-by von Elektrogeräten nach Möglichkeit zu vermeiden.
Berufswahlspektrum erweitern
Wesentliches Ziel des Tags ist es, das Berufswahlspektrum von Mädchen zu erweitern. Denn das ist nach wie vor eher eingeschränkt: Trotz der besseren Schulabschlüsse entscheiden sie sich überproportional häufig für "typisch weibliche" Berufsfelder oder Studienfächer. 54 Prozent wählen im Rahmen der dualen Berufsausbildung einen von nur zehn Berufen, angeführt wird diese Hitliste von Kauffrau im Einzelhandel, Bürokauffrau, Verkäuferin und Friseurin. In diesen "Frauenberufen" wird weniger bezahlt und die Aufstiegschancen sind gering. Und die jungen Frauen schöpfen so ihre Potenziale nicht aus und der Wirtschaft fehlen zunehmend Fachkräfte. Um das zu verändern, müssen wir an vielen Stellen ansetzen. Dazu gehören beispielsweise deutliche Veränderungen in der Berufsberatung der Arbeitsagentur, die Aufwertung typischer Frauenberufe und die Veränderung der Arbeitswelt gerade in technischen Berufen. In diesem Jahr findet parallel zum Girls´ Day ein Boys´ Day statt, an dem Jungen neue Wege und weitere Perspektiven jenseits ihrer traditionellen Ausbildungs- und Berufspfade kennenlernen können.
Politik verändern
Auch die Politik ist nach wie vor eher männlich dominiert, daran ändern weder eine Bundeskanzlerin noch ein Frauenanteil von 54 Prozent in der bündnisgrünen Bundestagsfraktion etwas. Wir wollen Mädchen für Politik interessieren, den Spaß am Engagement und am Mitmachen fördern. Spannend fanden die Mädchen an diesem Tag: die lila-blauen Sitze des Plenums mal ganz nah zu sehen, die Sicherheitsvorkehrungen im Bundestag, aber auch, dass es kein Politikstudium braucht, um Politikerin zu werden.


