Das grüne Fest zum Internationalen Frauentag
1910, beschloss die Internationale Sozialistische Frauenkonferenz in Kopenhagen auf Initiative von Clara Zetkin die Einführung eines internationalen Frauentages. 1911 wurde der Frauentag dann bereits mit Demonstrationen für das Frauenwahlrecht in mehreren Ländern begangen. In Clärchens Ballhaus, einem 1913 eröffneten Berliner Tanzlokal mit wechselvoller Geschichte, feierte die bündnisgrüne Fraktion mit 200 geladenen Gäste bei Kerzenlicht nun den 100. Geburtstag des Internatioinalen Frauentages.
Kampagne zum Frauentag
Das Fest bildete auch den Höhepunkt der Kampagne "Heute ist ein guter Tag für Frauen", in der sich die Bundestagsfraktion seit drei Monaten mit verschiedenen dezentralen und bunten Aktionen frauen- und gleichstellungspolitisch engagiert. In der Rubrik "Was mir ohne den Feminismus nicht passiert wäre" erzählen Abgeordnete, wie sich der Feminismus auf ihr Leben ausgewirkt hat. Am Tag vor dem Fest diskutiete das Plenum des Deutschen Bundestages unseren Antrag "Frauen verdienen mehr" mit den zentralen Forderungen der Fraktion. Dazu gehören ein Gleichstellungsgesetz für die Privatwirtschaft, eine Quote für Aufsichtsräte und Vorstände von mindestens 40 Prozent bis 2017, gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit, ein flächendeckender Mindestlohn sowie die Weiterentwicklung des Ehegattensplittings zu einer Individualbesteuerung sowie eine Neuordnung der Ehe- und Familienförderung.
Rückblick, Ausblick und Schwung für neue Taten
Am Internationalen Frauentag wird Bilanz gezogen – aber er ist auch ein guter Tag zum Feiern. Renate Künast begrüßte die Frauen und Männer. Sie, die "fröhliche Quotenfrau", sieht die Frauenquote als unbedingt erforderlich an, um endlich die Männerquote zu durchbrechen. "Nicht Frauen sind feige, sondern die Verhältnisse und die Strukturen sind falsch.“ Monika Lazar erläuterte, wie der Frauentag in der DDR als eine Art sozialistischer Muttertag begangen wurde. Als Festrednerin gab Claudia Neusüß einen privaten, wissenschaftlichen und politischen Rückblick auf die westdeutsche Frauenbewegung. Ekin Deligöz betonte, dass zwar die rechtliche Gleichstellung inzwischen erreicht sei, die faktische aber noch sehr hinterherhinke. Auch wenn noch viel zu tun bleibt: Das Erreichte ist des Feierns wert. Zum Abschluss brachte das Damenorchester Salome mit fetzigen Rhythmen und der Bühnenshow von Sängerin Antje Rietz den Saal zum Rocken.

















