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Die grüne Position | 13.10.2009

Grüne Gesundheitspolitik

Vorbeugend

Wenn heute von Gesundheitsversorgung die Rede ist, geht es meistens um die Behandlung von Krankheiten. Dabei könnten viele Erkrankungen durch Gesundheitsförderung und Prävention verhindert oder ihr Fortschreiten aufgehalten werden. Wir wollen deshalb einen Richtungswechsel, der auch den wachsenden Gesundheitsgefahren gerecht wird: weg vom Gesundheitswesen als bloßem Reparaturbetrieb, hin zu einem Gesundheitswesen mit mehr Prävention und Gesundheitsförderung. Dabei sind die Bedürfnisse und Lebenslagen von Kindern und sozial Benachteiligten besonders zu berücksichtigen. Wir wollen Präventionsangebote, die die Menschen in ihrem Alltag erreichen. Einkommen und Herkunft dürfen nicht über den Gesundheitszustand entscheiden. Kurz: Unser Ziel ist eine Prävention, die rund um die Geburt anfängt, Kinder und Jugendliche schon in Kindergarten und Schule zu einer gesundheitsbewussten und selbstbestimmten Lebensweise befähigt und sie auch im Arbeitsleben und im Alter begleitet.

Patientenorientiert

Wir setzen uns für eine konsequente Patientenorientierung in unserem Gesundheitswesen ein. Die Behandlungsabläufe und Versorgungsstrukturen sind an den Bedürfnissen und Interessen der Patientinnen und Patienten auszurichten. Dazu gehört auch, dass Gesundheitseinrichtungen und Heilberufe, die an der Behandlung eines Patienten beteiligt sind, Hand in Hand zusammenarbeiten. Auf solche eng verzahnten Abläufe ist vor allem die wachsende Zahl chronisch und mehrfach erkrankter Menschen angewiesen. Doch bisher ist die sogenannte Integrierte Versorgung die Ausnahme. Wir wollen sie zur Regel machen. Und damit auch dazu beitragen, dass sich die verschiedenen Gesundheitsberufe auf Augenhöhe begegnen.

Nachhaltig und Gerecht

Ein patientenorientiertes Gesundheitswesen braucht eine nachhaltige und gerechte Finanzierungsgrundlage. Bisher können sich ausgerechnet die wirtschaftlich leistungsstärksten und im Durchschnitt auch gesündesten Bevölkerungsgruppen dem Solidarausgleich entziehen. Zudem finanziert sich die gesetzliche Krankenversicherung einseitig durch Beiträge auf Löhne, Renten und Arbeitslosengeld. Dagegen bleiben Vermögenseinkommen und Gewinne beitragsfrei. Das ist ungerecht, führt zu unnötig hohen Beiträgen und gefährdet zudem die Fähigkeit der Krankenversicherung, die wachsenden Anforderungen zu bewältigen. Wir wollen deshalb eine Bürgerversicherung einführen. Sie soll alle Bürgerinnen und Bürger in den Solidarausgleich einbeziehen. Vermögenseinkommen und Gewinne sollen an der Finanzierung beteiligt werden.

Der Ausbau von Prävention und Gesundheitsförderung, die Patientenorientierung des Gesundheitswesens und die nachhaltige Finanzierung der solidarischen Krankenversicherung durch eine Bürgerversicherung – das sind ambitionierte Ziele. Sich dafür einzusetzen ist für uns Grüne ein lohnendes Ziel.

 

2 Kommentare

Prävention setzt KrankheitsURSACHENforschung voraus
von Dr. med. Heinz Joachim Mensing am 26.04.2012
Werte Damen und Herren,
(ich versuche es nicht zum ersten Mal...:) die letzten ca. 2 Jahrzehnte habe ich wissenschaftlich intensiv über Krankheitsursachen geforscht, und zwar per "data mining" (allein die US-Datenbank PubMed hat um die 20 Mio Dokumente, die in Sekundenschnelle via Internet durchsucht werden können).
Die Ergebnisse dieser Recherchen würden viele Bände füllen. Deshalb nur das bemerkenswerteste Resultat:

Die in den reichen Ländern vorherrschenden Alterskrankheiten treffen Männer meist früher als Frauen - warum? Weil sie entscheidend von der Eisenspeicherung im Körper abhängen, die bei Männern - ab Pubertät -aus bekannten Gründen früher einsetzt. (Eisen fördert die Bildung sog. "freien Radikale", die Altern bewirken, wirkt karzinogen und tumor-fördernd, ist Wuchsstoff auch für sehr viele gefährliche Krankheitserreger.)

Weiter: Eisenspeicherung wäre durch 1-2x Serum-Ferritin-Screening im Erwachsenenalter festzustellen (nur ca. 10€ pro Person, also ausgesprochen kostengünstig etwa im Vergleich zur Mammografie oder Kolonoskopie...).
Am wichtigsten: die Therapie ist seit Jahrtausenden bekannt und bewährt (richtige Indikation vorausgesetzt), nämlich Aderlaß -- oder heute mit Doppel-Nutzen Blutspenden (= großer Aderlaß)!!

Ich kann hier jetzt keine längere Abhandlung schreiben, deshalb schlage ich vor, daß Sie bei Interesse per eMail eine Ansprechpartnerin nennen, mit der ich telefonisch / persönlich in Kontakt treten und Informationen und Argumente in gewünschter Breite liefern kann.
(Dann bei Interesse auch zu vielen anderen wichtigen Krankheiten, etwa Demenz - gerade hochaktuell (Bundestagsdebatte...) -, Transplantation bzw. Ursachen von Organversagen (NUR dann sind Transplantationen nötig), Typ2-Diabetes bzw. allgemeiner "Insulinresistenz-Syndrom" und Folgen wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Nierenversagen usw. usf., MS, Parkinson, schweres Gelenkrheuma = rheumat. Arthritis...)
Bin gespannt, ob der Dialog-Wunsch der Grünen real ist...
Mensing
gesundheitssteuer
von michael meise am 28.04.2012
Die einfuehrung einer separaten buergerversicherung halte ich aufgrund des dafuer erforderlichen aufbaus einer weiteren kostspieligen buerokratie nicht fuer zweckmaessig. Aternativ schlage ich deshalb eine gesundheitsfinanzierung teils aus einer zweckgebundenen einkommenssteuerzulage, teils aus einer verbrauchssteuer auf gesundheitsproblematische lebens/genussmittel(z.b. tabakst.etc.) vor.

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