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Bürgerversicherung | 11.10.2010

Von der Idee zum Reformmodell

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Das Gutachten zur grünen Bürgerversicherung

Die Versicherten können entlastet und mehr Nachhaltigkeit in die Finanzierung unseres Gesundheitssystems gebracht werden. Die Bürgerversicherung bringt mehr Solidarität ins Gesundheitswesen. So das Fazit eines Gutachtens, das die Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen in Auftrag gegeben hat.

Zur Vorstellung des Gutachtens diskutierten wir mit Fachleuten und Interessierten Perspektiven der grünen Bürgerversicherung. Neben den Verteilungswirkungen, die sich aus dem grünen Modell ergeben, standen auch "offene Baustellen" des Reformkonzepts im Fokus der Diskussion.

Bürgerversicherung ist Voraussetzung für moderne Sozialpolitik

Eingangs formulierte Renate Künast, Fraktionsvorsitzende, den Anspruch grüner Gesundheitspolitik. Ziel müsse es sein, allen Menschen einen bezahlbaren Zugang zur Krankenversicherung zu gewährleisten. In der Krankenversicherung muss neben der Finanzierungsgerechtigkeit auch Zugangs- und Leistungsgerechtigkeit herrschen, so Künast. Doch Schwarz-Gelb praktiziert derzeit das genaue Gegenteil, nämlich den Einstieg in den Ausstieg aus der Solidarität. Dazu gehört die einseitige Belastung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer durch zukünftige Kostensteigerungen und die Ankündigung, die Zusatzbeiträge deutlich anzuheben. Künast kritisierte den geplanten Sozialausgleich, für den Steuermittel notwendig sind, über die jedes Jahr, je nach Haushalts- und Kassenlage, verhandelt werden müsse. Am Beispiel des Sparpaketes und den Kürzungen des Elterngeldes für Hartz IV-Empfängerinnen und Empfänger sieht man, wie sich eine solche Politik auswirkt. Gesundheitspolitik und die Bürgerversicherung sind Voraussetzungen für eine moderne Sozialpolitik im 21. Jahrhundert und elementarer Bestandteil der existenziellen sozialen Sicherung.

1 Kommentar

Buergerversicherng
von Dieter Doering am 26.04.2012
Sehr geehrte Damen und Herren,
als Arzt, seit über 25 Jahren Hausazt, halte ich die Bürgerversicherung für das einzige zukunftfaehige Modell der Krankenversicherung. In dieser Versicherung müsste dann jeder drin sein. Der Beitrag sollte sich dann an das zu versteuernde Einkommen richten. darauf könnte sich dann, jeder der will, eine private Zusatzvericherung draufpacken. Auch sollte dann die Bürgerversicherung einen klar definierten Leistungskatalog haben und nicht so verlogen sein wei das jetzt ist.
Immer öfter erlebe ich als Hausarzt, dass gerade ältere Menschen aus ihrer privaten Krankenversicherng fliegen und dann gar nicht mehr versichert sind.
Auch möchte ich Sie bitten etwas für die Krankenversicherung der Prostituierten zu tun, denn hier habe ich schon furchtbares erlebt.
Wenn Sie meinen Rat wünschen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.
Auuch würde ich mich freuen, wenn Sie etwas zur Reduzierung der Verwaltungskosten beitragen würden.

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Fritz Kuhn und Klaus Jacobs
Fritz Kuhn moderierte das Fachgepräch zur grünen Bürgerversicherung. Er betonte: "Wichtig für die Menschen ist, dass die Bürgerversicherung in der Umsetzung möglichst einfach und praktikabel ist."
Dr. Klaus Jacobs
Dr. Klaus Jacobs vom Wissenschaftlichen Institut der Ortskrankenkassen stellte fest, das von Schwarz-Gelb propagierte Kostenerstattungsprinzip funktioniert im System der Krankenversicherung nicht.
Professor Dr. Heinz Rothgang, Universität Bremen
Gutachter Professor Dr. Heinz Rothgang, Universität Bremen, stellte fest: Das Grundmodell der grünen Bürgerversicherung führt zu einer Entlastung von 1,6 Beitragssatzpunkten.
Bender, Klein-Schmeinck, Kuhn
Biggi Bender (li) sagte, dass die Umsetzung der Bürgerversicherung bei einer Regierungsbeteiligung der Grünen zentrales gesundheitspolitisches Ziel sei.
Bender, Klein-Schmeinck, Kuhn, Künast, Greß
v.l.n.r.: Biggi, Bender, Maria Klein-Schmeinck, Fritz Kuhn, Renate Künast, Stefan Greß