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Nahost | 30.04.2009

Deutsch-israelische Beziehungen

40 Jahre deutsch-israelische Beziehungen wurden im Jahre 2005 gefeiert. Dass diese Beziehung heute so eng und freundschaftlich ist, ist keineswegs selbstverständlich. Denn die menschenverachtende Politik des Nationalsozialismus und die Ermordung von sechs Millionen Juden in Europa liegen erst 60 Jahre zurück. Noch immer leben zahlreiche Holocaust-Überlebende und ihre Nachkommen in Israel. Es ist selbstverständlich, dass damit auch weiterhin eine große Verantwortung für die deutsche Politik verbunden ist. Besonders positiv ist der weit reichende Austausch zwischen der israelischen und deutschen Gesellschaft, mit Jugendbegegnungen, Kulturfestivals und weit reichenden Kontakten.

Wandgemälde von Chagall in der KnessetIn der politischen Auseinandersetzung ist für Bündnis 90/Die Grünen das unumstrittene Existenzrecht Israels selbstverständlich. Angesichts des israelisch-palästinensischen Konflikts muss die Wahrnehmung der damit verbundenen Verantwortung aber auch die Lebensperspektive der palästinensischen Bevölkerung einschließen. Wir wollen, dass Deutschland dazu beiträgt, dass die Chance auf ein friedlicheres Zusammenlebens beider Gesellschaften genutzt wird.

Die Eskalation des israelisch-palästinensischen Konfliktes hat dazu geführt, dass über das Thema der deutsch-israelischen Beziehungen in Deutschland in zum Teil großer Heftigkeit gestritten wird. Für Bündnis 90/Die Grünen gilt in der politischen Diskussion kein Automatismus. Kritik an israelischer Regierungspolitik ist nicht automatisch ein Ausdruck von mangelnder Solidarität mit Israel oder gar Antisemitismus. Zugleich ist Sensibilität und Wachsamkeit gegenüber antisemitischen Klischees und Positionen geboten, die leider längst nicht der Geschichte angehören.

 

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