Der Weg zu zwei Staaten?
Unter Präsident George W. Bush bestand wenig Aussicht auf Lösung des Nahostkonflikts. Der Irakkrieg mit seinen fatalen Folgen hatte ein schwieriges Verhältnis mit der islamischen Welt zur Folge, erst in den letzten Amtsmonaten begann mit Annapolis ein direkter Verhandlungsprozess zwischen Israelis und Palästinensern. Eine Lösung der Kernprobleme blieb aus. Auch der älteren Roadmap blieb der Erfolg versagt. Nach der Gründung des so genannten Nahostquartetts, bestehend aus den USA, der EU, Russland und UN wurde die Roadmap im April 2003 unter Beteiligung des damaligen deutschen Außenministers Joschka Fischer vorgelegt. Sie enthält einen Stufenplan, der an beide Seiten konkrete Forderungen zur Umsetzung vertrauensbildender Maßnahmen stellt: Zum Beispiel die Einstellung des israelischen Siedlungsbaus und palästinensisches Vorgehen gegen terroristische Aktivitäten. Ziel war ein unabhängiger palästinensischer Staat im Jahr 2005. Beide Konfliktparteien haben es versäumt, die jeweiligen Anforderungen zu erfüllen.
Mit seinem Amtsantritt hat der neue US-Präsident Obama einen Neuanfang im Verhältnis mit der islamischen Welt angekündigt und verstärkte Bemühungen zur Lösung des Nahostkonfliktes. Dafür hat er den US-Senator George Mitchell als Sonderbeauftragten ernannt. Klar ist, dass der israelisch-palästinensische Konflikt nur im Rahmen einer Zweistaatenlösung beendet werden kann. Es müssen wieder Verhandlungen zwischen den Konfliktparteien stattfinden, um Kompromisse in den Kernfragen zu finden: Territorium, Siedlungen, Flüchtlinge, Status von Jerusalem, Wasser. Die EU und USA müssen aktiv die Suche nach einem solchen Kompromiss begleiten.

