Haus der Kulturen der Welt in Berlin, fünfhundert Meter von den Bundestagsgebäuden entfernt und doch eine andere Perspektive. Hier luden Agnes Krumwiede, Claudia Roth und Jürgen Trittin am 10. Mai 2011 zweihundert Gäste aus der Kultur- und Theaterszene zum "Kulturabend", zur politischen Diskussion, Konzerten, Tanzperformance und Bühnengesprächen ein.
Jürgen Trittin, Fraktionsvorsitzender, eröffnete den Abend, an dem - auch anlässlich des zeitgleich in Berlin stattfindenden Theatertreffens - mit den Gästen die Situation der großen und der kleinen Bühnen und die Lage der Künstlerinnen und Künstler in Deutschland diskutiert wurde. Die unmittelbare Aufforderung ging hier von der Politik an die Kultur: "Wir fragen Sie deshalb, welche Spielräume sich für Kunst und Kultur in Zeiten knapper Kassen und klammer Kommunen ergeben und welche Lösungsansätze Sie sehen."
Claudia Roth, Sprecherin für auswärtige Kulturpolitik, sprach auf dem Podium mit Hermann Wündrich, Dramaturg am Berliner Ensemble, über die Entwicklung der deutschen Theaterlandschaft und die Frage, wie politisch das Theater heute sei. Für Wündrich gilt nach wie vor: "Das Theater lebt von der Konfrontation." Agnes Krumwiede, Sprecherin für Kulturpolitik, und Johan Simons, Intendant der Münchner Kammerspiele, ging es um die Lage der Künstlerinnen und Künstler. Deutlich wurde, dass die Kulturpolitik dem Theater Räume zur Entwicklung eines politischen Diskurses freihalten sollte und kann, gleichzeitig den Künstlerinnen und Künstlern dafür eine gewisse soziale Absicherung gewährleisten muss. In Johan Simons freiem Jargon: "Sonst macht die Bude dicht."
Begleitet wurde der Abend von einem umfangreichen künstlerischen Programm. Die Sopranistin Anne Ellersiek sang, von Agnes Krumwiede am Klavier begleitet, eine Arie von Puccini und zum Abschluss des Abends Gershwins "Summertime." Yahsmine Macaira führte eine Tanzperformance auf. Ein künstlerischer Highlight des Abends war die Uraufführung einer Klavierkomposition von Mayako Kubo zum Gedenken an die Opfer in Fukushima, die auf zehn Tankas der japanischen Dichterin Meiko Matsudaira basiert.
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