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Die grüne Position | 30.11.2009

Grüne Medienpolitik

Teilhabe, Vielfalt, Qualität, Nachhaltigkeit

Der gleichberechtigte Zugang zu vielfältigen Informationen ist eine Grundvoraussetzung für die selbstbestimmte Teilhabe am demokratischen Leben. Das zu gewährleisten ist Ziel grüner Medienpolitik.

So müssen zum Beispiel alle Bürgerinnen und Bürger Zugang zu einem schnellen Breitbandinternetanschluss haben. Das Breitbandnetz ist heute schon so auszubauen, dass es auch in naher Zukunft noch den Ansprüchen der Netzwelt standhält. Es muss für alle bezahlbar sein und darf auch dünnbesiedelte Regionen nicht vom Kommunikationsfluss ausschließen. Die digitale Spaltung von heute darf nicht die soziale Spaltung von morgen sein.

"We are overnewsed but underinformed"

Ob es um die Bedienung des PCs geht, um social networking oder die Recherche nach Informationen im Netz, die neue Vielfalt der technischen und informativen Angebote bedarf einer guten Medienkompetenz. Bei den Mengen an Informations- und Kommunikationsmöglichkeiten kommt es darauf an, das herauszufiltern, was wirklich wichtig ist. Mit persönlichen Daten gilt es sparsam umzugehen und die Mittel des Internets gezielt einzusetzen. Das alles muss Teil von Medienerziehung sein. Medienkompetenz ist eine Herausforderung für alle Generationen. Sie gehört deshalb in die Kindergärten, Schulen und Jugendeinrichtungen sowie in die Weiterbildungsstätten.

Das Netz kann das Leben erleichtern und Teilhabe ermöglichen. Für viele Menschen hat das verführerische Onlinesein aber auch schlimme Folgen: Sie werden süchtig. Wir Grüne fordern, Medienabhängigkeit als eine eigenständige, nicht stoffgebundene Suchtform anzuerkennen.

Wir wollen eine vielfältige und unabhängige Medienlandschaft. Durch global agierende Medienkonzerne, Medienfusionen und Infrastrukturanbieter, die auch Inhalte produzieren, ist die Vielfalt in Gefahr. Wir wollen jede Form von Meinungsmacht verhindern – ob bei Fernsehsendern, Zeitungen, Google oder Infrastrukturanbietern.

Wir wollen Vielfalt durch verschiedene und unabhängige Angebote – auch im Netz. Dazu zählen auch gebührenfinanzierte öffentlich-rechtliche Inhalte neben Blogs und Foren, die nicht durch Haftungsauflagen gegängelt werden.

Die Antwort auf die Medienkrise besteht für uns Grüne nicht darin, Pressefusionen zu erleichtern. Wenn man Vielfalt und Qualität erhalten will, müssen ganzheitlichere Lösungen gefunden werden. Wir Grüne wollen Vielfalt in den Medien, bei der Qualität vor Quantität geht. Deshalb engagieren wir uns für einen unabhängigen Journalismus.

Die grüne digitale Welt ist nicht nur vielfältig, sondern auch nachhaltig. Energieeffizienz ist dabei nur ein Baustein. Umwelt- und Gesundheitsschäden bei der Produktion von Handys und PCs darf es aus grüner Sicht genauso wenig geben wie Elektroschrott, der deklariert als Entwicklungshilfe um die halbe Welt verschifft wird und auf Müllkippen in Afrika oder Südamerika landet. Wir setzen auf nachhaltige IT- und Kommunikationslösungen statt auf kurze Lebenszyklen und überdimensioniertes Zubehör.

 

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