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Sport und Menschenrechte | 27.07.2012

Sportgroßveranstaltungen und Menschenrechte

Weiß leuchtende Olympische Ringe vor nachtdunklem Stadionhintergrund
Die Olympischen Ringe während der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele 2008 in Peking, China.

Die Debatte um die Ausrichterländer von Sportgroßveranstaltungen reißt nicht ab. In Staaten wie der Ukraine (Fußball-EM 2012), Russland (Olympische Winterspiele 2014 in Sotschi, Fußball-WM 2018) oder Katar (Fußball-WM 2022) ist die Situation von Menschen- und Bürgerrechten problematisch. Daher haben wir einen Antrag in den Deutschen Bundestag eingebracht, der in Zukunft Menschen- und Bürgerrechte bei der Vergabeentscheidung und der Durchführung von Sportgroßveranstaltungen stärker berücksichtigen soll.

Sportgroßveranstaltungen haben immer eine politische Dimension. Wir schlagen vor, dass in Zusammenarbeit zwischen Politik, Sportverbänden und Nichtregierungsorganisationen eine internationale Konvention erarbeitet werden soll, unter deren Dach es zu einem vielstufigen Entscheidungs- und Überprüfungsverfahren kommen soll.

Sportgroßveranstaltungen wie die Bahnrad-WM 2013 und die Eishockey-WM 2014 in Belarus sowie die Olympischen Winterspielen 2014 im russischen Sotschi zeigen den Handlungsbedarf: Wir wollen, dass es zu einer stärkeren Koppelung von Sportgroßveranstaltungen an Menschen- und Bürgerrechte sowie einer dauerhaften Wahrung dieser elementaren Rechte kommen muss. Es geht uns nicht um einen Sport-Boykott von Sportgroßveranstaltungen, sondern es geht uns um ein transparentes und nachvollziehbares Monitoring-Verfahren, bei dem der Sport die Expertise von beispielsweise Menschenrechtsorganisationen in seinen Vergabeentscheidungen berücksichtigt.

Korruption bekämpfen

Wir wollen, dass die Korruption in den internationalen Sportverbänden wirksam bekämpft wird. Es gehört mehr Ehrlichkeit in die Diskussion: Viele Sportorganisationen sind längst hochkommerzielle Unternehmen, die mit ihrer ursprünglichen Anerkennung als gemeinnütziger Verein nur noch wenig zu tun haben. Sport darf nicht länger ein Selbstbedienungsladen für einige Funktionäre sein. Daher bedarf es künftig auch einer verschärften Anwendung von Steuerrecht und der Anti-Korruptionsregeln. Wir wollen mehr Transparenz in den Entscheidungsprozessen der Sportverbände. Der Skandal um die Schmiergeldzahlungen im internationalen Sport von 1989 bis 2001 in Höhe von 140 Millionen Schweizer Franken gehört rückhaltlos aufgeklärt. Die Politik darf nicht die Augen verschließen vor Fehlentwicklungen, Missständen und Korruption im internationalen Sport.

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