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Open Access | 29.09.2011

Freien Zugang zu wissenschaftlichen Informationen im Netz verbessern

Die fortschreitende Digitalisierung bietet der Wissenschaft vielversprechende neue Möglichkeiten im Umgang mit Wissen und für die Verbreitung von wissenschaftlichen Informationen. Ein offener Wissenschaftsdiskurs ist auf den dauerhaft freien, d.h. für Nutzerinnen und Nutzer gebührenfreien Zugang zu wissenschaftlichen Beiträgen angewiesen (Open Access). Insbesondere gilt dies im Fall öffentlich geförderter Forschung, deren Ergebnisse ohne finanzielle, technische und rechtliche Barrieren zugänglich sein sollten.

Open Access vereinfacht und beschleunigt den wissenschaftlichen Austausch, die Sichtbarkeit, den Zugriff und die Verarbeitung wissenschaftlicher Informationen. Zugleich unterstützt der freie und offene Zugang zu Wissen Interdisziplinarität und internationale Zusammenarbeit. Open Access erleichtert den Wissenstransfer in die Gesellschaft und trägt so zu technischen, sozialen und kulturellen Innovationen bei. Schließlich lässt sich auch die Transparenz öffentlich geförderter Forschung durch Open Access entscheidend erhöhen.

Die grüne Bundestagsfraktion unterstützt die Anliegen der Open Access-Bewegung im Wissenschaftsbereich. Deshalb haben wir den umfassenden Antrag „Förderung von Open Access im Wissenschaftsbereich und freier Zugang zu den Resultaten öffentlich geförderter Forschung“ in den Bundestag eingebracht. Der Antrag enthält zahlreiche Forderungen zu den rechtlichen Voraussetzungen von Open Access, zur Unterstützung von Open Access-Strategien der Wissenschaft und zur Transparenz öffentlicher Forschung. Er zielt auf die Stärkung der Rechte von wissenschaftlichen Autorinnen und Autoren und die Unterstützung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern bei der Nutzung und Publikation von Open Access-Beiträgen durch Informationen, Beratung und Serviceleistungen.

Wir fordern von der Bundesregierung, dass sie in Kooperation mit Forschungsorganisationen und den Ländern die Entwicklung einer umfassenden Open Access-Strategie für den Wissenschaftsbereich vorantreibt und hierbei die folgenden konkreten Forderungen berücksichtigt:

  1. ein unabdingbares Zweitveröffentlichungsrecht für öffentlich geförderte Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen. Dieses Recht soll den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die formatgleiche Online-Zweitpublikation ihrer Beiträge nach bestimmten Fristen ermöglichen (bei wissenschaftlichen Aufsätzen nach sechs Monaten und bei Beiträgen zu Sammelbänden nach zwölf Monaten nach der Erstveröffentlichung),
  2. eine nachhaltige rechtssichere Unterstützung für den wissenschaftlichen Umgang mit Langzeitarchivierung, digitalen Kopien, virtuellen Forschungsumgebungen und digitalen Lehr- und Lernplattformen,
  3. die Förderung der zitationsfähigen Online-Archivierung von Primärdaten wissenschaftlicher Forschung,
  4. eine strukturierte Unterstützung von Open Access-Strategien in der Wissenschaft, sowohl bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft wie bei öffentlichen Hochschulen und Facheinrichtungen,
  5. die intensive Förderung der nationalen, europäischen und internationalen Vernetzung der Open Access-Infrastrukturen für Zeitschriften und Archive,
  6. den Abbau der Benachteiligung von Open Access-Publikationen in der Wissenschaftslandschaft sowie eine angemessene Vergütung von wissenschaftlichen Online-Publikationen durch die VG Wort
  7. die Vergabe von öffentlichen Fördergeldern nur unter der verpflichtenden Bedingung, dass die daraus entstehenden wissenschaftlichen Beiträge in Zweitveröffentlichungen spätestens nach 12 Monaten frei im Internet zur Verfügung stehen und
  8. die Zuwendung öffentlicher Mittel für Forschungsprojekte nur dann, wenn in einer frei zugänglichen zentralen Datenbank über das Forschungsprojekt in allgemeinverständlicher Form informiert wird.

Die grüne Bundestagsfraktion setzt sich für freies und offenes Wissen ein. Die Stärkung der Wissensautonomie einer Gesellschaft wird vor allem durch eine dauerhafte Öffnung der wissenschaftlichen Publikationsformen bewirkt. Open Access ist dazu ein Schlüssel und ergänzt sich mit den Prinzipien offener Software, offener Demokratie, offener Verwaltung und offener Daten.

 

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