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50 Jahre Élysée-Vertrag | 22.01.2013

Auftrag für die Zukunft

"La France fait partie de mes grandes passions personnelles" - Frithjof Schmidt, stv. Fraktionsvorsitzender begrüßte die rund 170 Gäste und zeichnete die Bedeutung der deutsch-französischen Freundschaft an seiner eigenen Biographie nach. "14 Tage, die für uns die Welt verändert haben. Und eine französische Freundin kann für einen deutschen Teenager nicht nur eine ganze Welt eröffnen, sondern ein ganzes Universum", so seine Erinnerung an den ersten Schüleraustausch in der Normandie.
"Europa ist meine Leidenschaft. Deutschland und Frankreich sind meine Heimat" - Daniel Cohn-Bendit sprach als Symbolfigur der deutsch-französischen Freundschaft in Europa:
"Eine Verständigung zwischen Deutschland und Frankreich in der europäischen Konstruktion ist absolut notwendig. Aber es genügt nicht mehr." Es gäbe noch die anderen 25 Partner, die bei der europäischen Kompromissfindung nicht mehr vergessen werden dürften, so Daniel Cohn-Bendit.
Pascal Canfin, bis vor kurzem noch Mitglied im Europäischen Parlament und derzeit französischer Entwicklungsminister sprach sich für transnationale Listen bei der nächsten Wahl zum Europäischen Parlament aus. Zudem sollten die europäischen Parteien für den Wahlkampf eine/n Spitzenkandidatin/Spitzendkandidaten ernennen, die/der -erhält seine Partei die meisten Stimmen- zum Präsidenten der EU-Kommission gewählt werden sollte.
"Une gigantesque indifférence." Dominique Voynet, grüne Bürgermeisterin von Montreuil, berichtete von der Gleichgültigkeit der Menschen "ihrer" Stadt gegenüber der europäischen Politik. Dies läge vor allem an dem nicht vorhandenen Vertrauen in die EU als Friedenskraft nach außen, was jedoch für die Menschen mit überwiegend Migrationshintergrund von enormer Bedeutung wäre.
Ulrike Guérot, Deutschland-Repräsentantin des European Council on Foreign Relations skizzierte die Herausforderung der unterschiedlichen Sprachen für die europäische Verständigung.
Manuel Sarrazin, Sprecher für Europapolitik moderierte die anschließend stattfindende Podiumsdiskussion mit ausgewiesenen deutsch-französischen Europa-Expertinnen und Experten.
"In Deutschland muss man sich darüber klar werden, dass weder Herablassung noch Indifferenz geeignete Stichwörter sind, wenn man mit Frankreich wieder auf eine bessere Zusammenarbeit zurückkommen will", so die kritische Haltung von Thomas Hanke, Paris-Korrespondent des Handelblatts.
Bei europäischen Weinen, französischem Buffet und angeregten Diskussionen fand die Jubiläumsveranstaltung ihren gemütlichen Ausklang.

Vor 50 Jahren wurde mit dem Èlysée-Vertrag das Fundament der deutsch-französischen Aussöhnung und der engen Zusammenarbeit geschaffen. Er ist Ausdruck der beispiellosen Versöhnung durch Kooperation, eines aus heutiger Sicht nicht genug zu würdigenden Ansatzes unserer französischen Freunde. Das Jubiläum war für uns ein Anlass zum Feiern, aber auch ein Anlass um die aktuellen Herausforderungen der deutsch-französischen Beziehungen in einem gemeinsamen Europa zu diskutieren.

Aus diesem Anlass luden wir am 14. Januar 2013 zu einer hochkarätig besetzten Diskussions veranstaltung in den Europasaal des Bundestages. Nach der Begrüßung durch den stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden, Frithjof Schmidt, und der Einführung durch Daniel Cohn-Bendit diskutierten:

  • Pascal Canfin, französischer Entwicklungsminister, Europe Écologie – Les Verts
  • Dominique Voynet, Bürgermeisterin von Montreuil, grüne Präsidentschaftskandidatin 2007
  • Thomas Hanke, Paris-Korrespondent Handelsblatt
  • Ulrike Guérot, Deutschland Repräsentantin, Council on Foreign Relations

Daniel Cohn Bendit, der Co-Vorsitzende der Fraktion der Grünen im Europäischen Parlament, spannte in seiner Einführungsrede den Bogen von der Flucht seiner Eltern in den 1930er Jahren aus Berlin nach Paris, bis zu den aktuellen Herausforderungen der Europäischen Union in der Krise. Cohn-Bendit selbst ist als bestimmende Figur sowohl der deutschen als auch in der französischen Politik und schließlich als langjähriger Europaabgeordneter abwechselnd in Deutschland und Frankreich gewählt, eine Symbolfigur der deutsch-französischen Beziehungen. Aber er warnt davor den Élysée-Vertrag zu verklären und im Feiertaumel die aktuellen und zukünftigen Probleme zu verdrängen. Es bräuchte einen „Élysée Vertrag reloaded“ – in die Zukunft gerichtet, europäisch konzeptioniert und mit einer globalen Perspektive.

Tour d'Horizon

Im Anschluss bekamen die 160, überwiegend jungen deutschen und französischen Gäste eine lebhaft die Breite der deutsch-französischen Agenda vor Augen geführt. Moderiert von Manuel Sarrazin - dem Europasprecher unserer Fraktion - wurden die Gäste von den DiskutantInnen auf ein Tour d’Horizon der deutsch-französischen Herausforderungen in der Europapolitik mitgenommen. Von der Finanz- und Wirtschaftskrise und dem zögerlichen Agieren Angela Merkels in der Europapolitik, bis zur Forderung eines gemeinsamen Sitzes der EU im Sicherheitsrat der UNO. Vom Ausbau des ERASMUS-Programmes für junge Menschen aus allen Berufsfeldern um Europa erfahrbar zu machen, bis zur Vertiefung der sozialen Dimension der Europäischen Verträge. Von der notwendigen Kooperation im Energiebereich und dem Ausbau der Erneuerbaren Energie, bis zur Frage der zukünftigen Rolle Europas in der Welt.

Beim abschließenden Umtrunk mit Rotwein und Quiche konnten die Gespräche fortgesetzt werden.

Schöne Freundschaft...
von Gast am 23.01.2013
Aussöhnung? Die Franzosen (nicht das Volk sondern die Regierung) sind nur so lange ausgesöhnt, so lange Deutschland zahlt und Frankreich empfängt, Deuschland das macht was Frankreich will und eigene Interessen in den Hintergrund stellt, die deutschen Goldreserven in Frankreich lagern, Deutschland die Schuld für alle geschichtlichen Ereignisse der letzten 200 Jahre auf sich lädt, Deutschland sich durch den Euro ausnehmen lässt und die internationalen Monopolabsprachen eingehalten werden.(Frankreich hat das Wassermonopol zugesagt bekommen, die USA/ England das Öl und Finanzmonopol). So einfach ist das. Schöne Freundschaft
sexistisch?
von stimmzettel am 01.02.2013
schönen guten tag @ moderation.

was war denn nun an meinem beitrag wieder "löschenswert"?

daß euer hr. cohn-bendit die deutschen nicht mag und dies auch öffentlich vertritt und ihr dennoch diesen menschen für eine "deutsche parte" nach brüssel schickt?

wenn soll er denn da vertreten... alle nichtdeutschen?
ich denke, in brüssel sitzen davon schon genug herum, da müssen wir nicht noch eine dazusetzen.
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"La France fait partie de mes grandes passions personnelles" - Frithjof Schmidt, stv. Fraktionsvorsitzender begrüßte die rund 170 Gäste und zeichnete die Bedeutung der deutsch-französischen Freundschaft an seiner eigenen Biographie nach. "14 Tage, die für uns die Welt verändert haben. Und eine französische Freundin kann für einen deutschen Teenager nicht nur eine ganze Welt eröffnen, sondern ein ganzes Universum", so seine Erinnerung an den ersten Schüleraustausch in der Normandie.
"Europa ist meine Leidenschaft. Deutschland und Frankreich sind meine Heimat" - Daniel Cohn-Bendit sprach als Symbolfigur der deutsch-französischen Freundschaft in Europa:
"Eine Verständigung zwischen Deutschland und Frankreich in der europäischen Konstruktion ist absolut notwendig. Aber es genügt nicht mehr." Es gäbe noch die anderen 25 Partner, die bei der europäischen Kompromissfindung nicht mehr vergessen werden dürften, so Daniel Cohn-Bendit.
Pascal Canfin, bis vor kurzem noch Mitglied im Europäischen Parlament und derzeit französischer Entwicklungsminister sprach sich für transnationale Listen bei der nächsten Wahl zum Europäischen Parlament aus. Zudem sollten die europäischen Parteien für den Wahlkampf eine/n Spitzenkandidatin/Spitzendkandidaten ernennen, die/der -erhält seine Partei die meisten Stimmen- zum Präsidenten der EU-Kommission gewählt werden sollte.
"Une gigantesque indifférence." Dominique Voynet, grüne Bürgermeisterin von Montreuil, berichtete von der Gleichgültigkeit der Menschen "ihrer" Stadt gegenüber der europäischen Politik. Dies läge vor allem an dem nicht vorhandenen Vertrauen in die EU als Friedenskraft nach außen, was jedoch für die Menschen mit überwiegend Migrationshintergrund von enormer Bedeutung wäre.
Ulrike Guérot, Deutschland-Repräsentantin des European Council on Foreign Relations skizzierte die Herausforderung der unterschiedlichen Sprachen für die europäische Verständigung.
Manuel Sarrazin, Sprecher für Europapolitik moderierte die anschließend stattfindende Podiumsdiskussion mit ausgewiesenen deutsch-französischen Europa-Expertinnen und Experten.
"In Deutschland muss man sich darüber klar werden, dass weder Herablassung noch Indifferenz geeignete Stichwörter sind, wenn man mit Frankreich wieder auf eine bessere Zusammenarbeit zurückkommen will", so die kritische Haltung von Thomas Hanke, Paris-Korrespondent des Handelblatts.
Bei europäischen Weinen, französischem Buffet und angeregten Diskussionen fand die Jubiläumsveranstaltung ihren gemütlichen Ausklang.

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