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EU-Sportpolitik | 14.06.2010

Sport in Europa

Grüne Schwerpunkte einer europäischen Sportpolitik

Bisher stützten sich Maßnahmen der EU im Bereich Sport nicht auf eine ausdrückliche Zuständigkeit, sondern vielmehr auf Aspekte anderer Zuständigkeiten wie Wettbewerb, Binnenmarkt, Beschäftigung und Soziales, die mit dem Sport in Verbindung stehen. Diese Maßnahmen sind im sogenannten EU- Weißbuch Sport und im dazugehörigen „Aktionsplan Pierre de Coubertin“ festgehalten. Auf informellen Treffen der zuständigen Minister und Fachleute kooperierten auf dieser Basis auch schon vor Inkrafttreten des Lissabon-Vertrags die Mitgliedstaaten in Sportfragen miteinander. Durch die spezielle Zuständigkeit der EU, die nun aus dem Vertrag von Lissabon für den Bereich Sport erwächst, wurde diese Zusammenarbeit formalisiert.

Am 10. Mai 2010 traf sich der Sportministerrat zum ersten Mal formell, um Prioritäten für die zukünftige EU-Sportpolitik zu diskutieren. Mit einem Antrag im Bundestag fordern wir die Bundesregierung auf, ihren Einfluss auf europäischer Ebene geltend zu machen. Die neuen Kompetenzen im Bereich des Sports müssen vernünftig mit Leben gefüllt werden. Außerdem muss sich die Bundesregierung für eine angemessene finanzielle Ausstattung des ersten EU-Sportförderprogramms 2012 einsetzen. Das Förderprogramm bietet die Möglichkeit, die positiven, verstärkenden Potenziale des Sports auf europäischer Ebene zu nutzen und gleichzeitig gegen die negativen Erscheinungen im Sportbereich gemeinsam mit den anderen Mitgliedstaaten vorzugehen.

Grüne europäische Sportpolitik setzt folgende Schwerpunkte:

Bekämpfung von Doping:
Die EU soll die Doping-Prävention im professionellen Sport aber vor allem auch im Breitensport und dort besonders bei Kindern und Jugendlichen sowie den Austausch von bewährten Verfahren zwischen Regierungen, nationalen Dopingbekämpfungsstellen und Anti-Doping-Laboren unterstützen.

Prävention und Bekämpfung von Rassismus, Homophobie und Gewalt im Sport:
Fanprojekte, grenzüberschreitende Netzwerke und die Zusammenarbeit zwischen Sportorganisationen sollen auf EU-Ebene gefördert werden. Eine Konferenz und Forschungsvorhaben zu dieser Thematik sollen finanziert werden. Maßnahmen zur Prävention und Bekämpfung von Rassismus, Homophobie und Gewalt sollen bei Lizenzvergaben für Sportvereine berücksichtigt werden.

Korruption in Sportorganisationen und Sportwettenbetrug:
Maßnahmen zur Bekämpfung von Korruption und Sportwettenbetrug, der Aufbau von Netzwerken und der Austausch geeigneter Maßnahmen zwischen den Mitgliedstaaten der EU sollen unterstützt werden. Die Sportstrukturen in den Mitgliedstaaten sollen analysiert werden, um korruptionsgefährdende Strukturen zu identifizieren.

Integration durch Sport:
Jugendaustausch auf Ebene der Sportvereine, wissenschaftliche Untersuchungen und der Austausch von bewährten Verfahren sollen von der EU gefördert werden. Wir fordern ein Konzept für ein europäisches Jugendwerk der interkulturellen Begegnung und des Sports. Die EU soll Programme für die Integration von Menschen mit Behinderung entwickeln und finanzieren. Die UN-Behindertenkonvention soll in allen Ländern der EU umgesetzt werden. Gefördert werden soll zudem die Integration von Frauen und Mädchen, speziell mit Migrationshintergrund.

Nachhaltige Entwicklung:
Wir wollen ein umweltgerechtes öffentliches Auftragswesen in den Mitgliedstaaten im Sportbereich. Die Sportakteure in der EU sollen am System für Umweltmanagement und Umweltbetriebsprüfung (EMAS) teilnehmen. Netzwerke zum Austausch bewährter Verfahren in diesem Bereich sollen unterstützt werden. Das Bewusstsein der Menschen für Umwelt- und Naturschutz bei der Sportausübung in der freien Natur soll gefördert, Sportgroßveranstaltungen sollen in den Mitgliedstaaten nur noch klimaneutral ausgerichtet werden.

Gesundheitliche Prävention durch Sport:
Die Prävention von Krankheiten, die auf falsche Ernährung und mangelnde Bewegung zurückzuführen sind, sollen unterstützt werden. Wir wollen, dass ein EU-weites Netzwerk zum Austausch bewährter Maßnahmen auf- und ausgebaut wird. Mittels einer Schwachstellenanalyse sollen bisherige Ansätze geprüft und neue entwickelt werden.

 

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