Sport in all seinen Facetten steht in der ganzen Welt – sei es in großen Fußballstadien mit Zehntausenden begeisterten Fans oder in leerstehenden Büroräumen, die als Street-Dance Flächen genutzt werden – für Spaß, Spannung, Emotion, Eleganz, Integration und Miteinander.
Nicht nur bei Olympischen Spielen oder Weltmeisterschaften zeigt sich die internationale Dimension des Sports. Es werden Brücken gebaut. Im sportlichen Miteinander finden Völkerverständigung und Kulturaustausch statt. Solche gemeinsamen und fairen Wettkämpfe helfen, Vorurteile abzubauen und friedensstiftend zu wirken. Diese Potenziale des Sports wollen wir noch viel stärker nutzen. Sport als Recht auf Bewegung muss in internationalen Verträgen und Abkommen verankert werden. Internationale Organisationen wie UN und EU sowie die Bundesregierung müssen sich der großen Möglichkeiten des Sports endlich bewusst werden.
Die Bundesregierung hat es versäumt, im Haushalt des Bundesministeriums für Entwicklung und Zusammenarbeit (BMZ) Extramittel für den Aufbau des Sports in Entwicklungsländern festzulegen. Wir Grüne sehen in einer solchen Förderung jedoch einen nachhaltigen Beitrag zum Aufbau der Zivilgesellschaft. Denn Sport ist Selbstorganisation und die Menschen handeln gemeinsam. Auch ist es zu kurz gegriffen, etwa die Mittel für das Auswärtige Amt zu erhöhen, um ein paar kurzzeitige Trainerlehrgänge mehr durchzuführen. Wir Grüne sind der Auffassung, dass wir ein umfassendes Gesamtkonzept benötigen, wie wir den Sport als Friedensarbeit ausbauen können.
Zugleich erfährt der Sport eine immer umfassendere Kommerzialisierung. Es entsteht dadurch eine Grauzone, die bis in die Korruption hineinreicht. Hier gilt es länderübergreifend einen Riegel vorzuschieben.
Der Sport hat sich in den letzten Jahren im Wesentlichen auf das Sponsoring gestützt. Durch die gegenwärtige Wirtschaftskrise ist das Engagement von Sponsoren jedoch stark eingeschränkt. Es bedarf eines Umdenkens und der Frage, wie man diese Ausfälle auffangen kann. Dazu schlagen Bündnis 90/Die Grünen einen Zukunftsplan Sport 2020 vor. Darin sollten diese Fragen unter Einbeziehung einer breiten Öffentlichkeit beantwortet werden.
Für uns steht fest: Sport hat eine besondere soziale Funktion für die Gesellschaft und ist eine wichtige Säule der Zivilgesellschaft. Millionen Menschen engagieren sich bundesweit ehrenamtlich. Dieses Engagement gilt es weiterhin zu stärken. Bündnis 90/Die Grünen wollen sportliche Betätigung in allen Lebensphasen und in unterschiedlichen Organisationsformen fördern: im Vorschulbereich wie in der Schule, im Verein wie in freien Gruppen, organisiert oder nicht organisiert.
Der Sport soll und kann über die persönlichen Begegnungen dazu beitragen, vorhandene Vorurteile abzubauen sowie Fairness, Toleranz und Respekt zu erleben und zu erlernen. Damit verfügt der Sport, in dem Teamgeist und fairer Wettbewerb gefragt sind, über ein breites Spektrum von Möglichkeiten zur Gewaltprävention und zu sozialer Integration. Wir fordern mehr Unterstützung für Initiativen und Projekte gegen Rassismus und Gewalt, wie etwa die Fußball-Fanprojekte. Zudem wollen wir Grüne länderübergreifende Vereinspartnerschaften, gemeinsame europäische Mannschaften und gemeinsames Training stärker fördern. Denn nur durch solche Maßnahmen können Distanzen und Vorurteile positiv abgebaut werden und Sport als ein Phänomen wahrgenommen werden, welches Menschen regional und international vereint.
