Die Elbe ist für einen verlässlichen Gütertransport nach Fahrplan nicht geeignet. Trotz allem ist die Bundesregierung nicht bereit, das Ziel, die Elbe auf eine ganzjährige Mindesttiefe von 1,60 m zwischen Dresden und Geesthacht auszubaggern, aufzugeben.
Seit Jahren wird vergeblich versucht, durch zahlreiche Baumaßnahmen mehr Verkehr auf die Bundeswasserstraße Elbe zu verlagern – ohne sichtbaren Erfolg und ohne Not. Im Elberaum besteht kein Mangel an alternativen Transportmöglichkeiten. Die Schiene bietet eine umweltfreundliche und verlässliche Alternative für den Güterverkehr. Der ökologische Zustand der Elbe hingegen hat sich durch die Baumaßnahmen kontinuierlich verschlechtert. Entstandene Sohleintiefungen und damit verbundene Grundwasserstandabsenkungen gefährden die einzigartigen Elbauen. Diese sind als Hotspots der Biodiversität besonders schützenswert. Auch dienen sie dem natürlichen Hochwasserschutz und machen den besonderen Reiz des Elbegebiets für Naturtouristen und Erholungssuchende aus.
CDU, FDP und auch große Teile der SPD setzen immer noch auf die Binnenschifffahrt als Heilsbringer für die Wirtschaftskraft der Elberegion. Der wirkliche zukunftsfähige Wirtschaftsfaktor der Region aber ist nicht die Binnenschifffahrt, sondern die touristische Nutzung der Natur- und Kulturpotentiale der Elbe. Schon jetzt hat der Tourismus in der Region zahlreiche Arbeitsplätze geschafft und noch immer gibt es ein großes Entwicklungspotenzial. Der Elbradwanderweg ist der beliebteste Deutschlands.
Im Mittelpunkt der zukünftigen Entwicklung der Elberegion muss der Erhalt der einzigartigen Flusslandschaft mit all seinen positiven Funktionen für Mensch und Natur stehen. Hierzu bedarf es eines gemeinsamen Vorgehens der Politik in Bund und Ländern unter Einbeziehung aller relevanten gesellschaftlichen Gruppen. Eine umfassende Strategie zur Entwicklung der Elberegion muss endlich vorgelegt werden. Genau dazu fordern wir die Bundesregierung in unserem aktuellen Antrag "Elberaum entwickeln – Nachhaltig, zukunftsfähig und naturverträglich", der am 24.02.2011 in den Bundestag eingebracht wird, auf.

