Grüne Umweltpolitik will einer umfassenden ökologischen Sichtweise zum Durchbruch verhelfen. Eine intakte Umwelt ist die Lebensgrundlage für uns und unsere Kinder. Der Wohlstand einiger darf nicht länger zu Lasten anderer oder kommender Generationen gehen. Grüne Umweltpolitik schließt die Dimension der Gerechtigkeit von vornherein ein.
In der Vergangenheit war ein sorgloser Umgang mit der Natur und den natürlichen Ressourcen überall an der Tagesordnung. Heute müssten Verantwortliche in Politik, Wirtschaft und Planung es besser wissen. Doch nach wie vor werden Flächen versiegelt, Gewässer, Luft und Boden mit zahlreichen Schadstoffen belastet und systematisch überdüngt. Das vom Menschen verursachte Artensterben geht unvermindert weiter.
Umweltschutz und Gerechtigkeit verbinden
Umweltschutz ist für uns ein Wert an sich, aber ganz zentral auch eine Frage der Gerechtigkeit. Die Lärmbelastung zum Beispiel nimmt weiter zu und trifft vor allem die Menschen, die sich keine ruhigen Wohnorte leisten können. Auch bei der Belastung der Luft gibt es noch keine Entwarnung. Neue Kohlekraftwerke, Ruß und Stickoxide aus Verkehr und Landwirtschaft, aber auch Kleinfeuerungsanlagen wie Kamine und Heizöfen tragen durch einen Mix unterschiedlicher Luftschadstoffe dazu bei. In zahlreichen Lebensmitteln und Produkten werden chemische Rückstände sogar über den erlaubten Werten gefunden, selbst Stoffe, die schon lange verboten sind. Ganz zu schweigen vom Cocktail an Umweltgiften, der auf uns einwirkt, ohne dass die Zusammenhänge erforscht oder gar bekannt sind. Unterdessen nimmt die Zahl der Kinder, die an Allergien, Haut- und Bronchialerkrankungen leiden, weiter zu. Das Recht auf eine intakte Umwelt und gesunde Lebensbedingungen muss für alle Bürgerinnen und Bürger gleichermaßen gelten, dafür setzt sich grüne Umweltpolitik ein.
Umweltschutz weltweit
Im rücksichtslosen Umgang mit der Umwelt spiegelt sich auch das globale Ungleichgewicht. Vielen Fischerinnen und Fischern geht der Lebensunterhalt wegen industrieller Überfischung und Meeresverschmutzung verloren. Den armen Regionen der Welt ist - beispielsweise mit gentechnisch veränderten Pflanzen - eine grüne Revolution auf dem Acker versprochen worden. Geliefert wurden stattdessen neue Abhängigkeiten von internationalen Saatgutkonzernen und Chemieunternehmen. Lediglich 15 Prozent der Weltbevölkerung verbrauchen über die Hälfte der Rohstoffe weltweit. Sie tragen mit ihrer verschwenderischen Lebensweise maßgeblich zur Erwärmung des Weltklimas bei, exportieren ihren Müll in ärmere Länder, verschmutzen Meere und Atmosphäre. Verschwendung und Verschmutzung sind zum Synonym für Wohlstand geworden. So ist die Zerstörung der Lebensgrundlagen kommender Generationen nach wie vor in vollem Gang.
Schutz und Nutzung der natürlichen Ressourcen
Wir Grüne setzen dieser zerstörerischen Lebens- und Wirtschaftsweise unseren Neuen Gesellschaftsvertrag entgegen. Er vereint ökologisches Leben und Wirtschaften mit einer sozialen Perspektive. Wichtige Bestandteile sind der Schutz der Natur und der biologischen Vielfalt wie auch eine nachhaltige und gerechte Nutzung der natürlichen Ressourcen. Eine neue Ressourcenpolitik macht sich weniger abhängig von endlichen Ressourcen und schafft neue Freiheiten. Flüsse, Luft und Böden dürfen nicht mehr kostenlos zur Verfügung stehen. Flächenversiegelung und Lärmbelastung sind auf ein Minimum zurückzufahren. Durch einfache Maßnahmen lassen sich kostbare Ressourcen schonen. Deshalb wollen wir den Einstieg in eine echte Kreislaufwirtschaft, die konsequent Abfall vermeidet und Stoffe wiederverwertet. Ob es um aktiven Lärmschutz geht, um elektromagnetische Strahlung durch Mobilfunk oder um Chemiepolitik - wir setzen auf echten ökologischen Fortschritt: vorsorgeorientierte und kindergerechte Grenzwerte, innovative und nachhaltige Produkte sowie mehr Transparenz und Bürgerbeteiligung.
