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Biomasseproduktion | 21.09.2011

Stoffliche und energetische Nutzung von Biomasse

Biomasse als Energieerzeuger und in Zukunft auch zur stofflichen Nutzung im großen Maßstab ist in der Diskussion:

Vielerorts ist die übermäßige Vermaisung der Landschaft ein großes Thema, die Frage der Urwaldvernichtung wird heiß diskutiert. Außerdem stellt sich im Zusammenhang mit Bioenergiepflanzenanbau die Frage der Landrechte und damit verbundene Menschenrechtsverletzungen, insbesondere in den Ländern des Südens. Nicht zuletzt ist die Nutzungskonkurrenz zur Lebensmittelproduktion ein zentraler Kritikpunkt.

Die Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen hat ein umfangreiches Positionspapier zu dieser komplexen Thematik erarbeitet, um allen Aspekten gerecht zu werden.
Kernaussagen:

  • Nachwachsende Rohstoffe sind ein wichtiger Baustein für einen nachhaltigen Umbau der Wirtschaft. Kurzfristig ist ihr Einsatz für die Energiewende notwendig. Mittelfristig – bis 2050 – werden Biokraftstoffe im gewissen Umfang insbesondere im Güter- und Luftverkehr alternativlos sein. Langfristig sollte eine energetische Nutzung von Biomasse nur noch am Ende einer Kaskadennutzung nach der stofflichen Nutzung erfolgen.
  • Food First, Vorrang für die Ernährung der Weltbevölkerung, und die Bewahrung der Biodiversität sind für uns Prämissen einer stofflichen und energetischen Nutzung von Biomasse. Außerdem sind ökologische und soziale Kriterien sowie die Wahrung der Menschenrechte einzuhalten. Wir schlagen daher verbindliche Standards als Voraussetzung für die Biomasseproduktion und für den Import vor.
  • Deutschland muss bei seiner Agrarproduktion dabei mit gutem Vorbild vorausgehen und vorrangig seine gute fachliche Praxis der Landwirtschaft insgesamt überarbeiten. Denn was für die Biomasseproduktion im stofflichen und energetischen Bereich gilt, muss auch für Lebens- und Futtermittelproduktion gelten.

Insgesamt enthält das Papier eine Reihe von politischen Maßnahmen vom erneuerbare energien Gesetz, EEG, über die Agrarpolitik bis zur ökologischen Steuerreform um gesetzliche und wirtschaftliche Rahmenbedingungen zu schaffen, die Biomasseproduktion nachhaltig zu gestalten und Auswüchse wie Maismonokulturen, land grabbing oder Regenwaldabholzung zu verhindern.

 

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