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Produktsicherheit | 12.12.2012

Kein Giftspielzeug unter den Weihnachtsbaum

Alle Jahre wieder landet giftiges Spielzeug unterm Weihnachtsbaum! Die zu laschen Grenzwerte und Sicherheitsvorkehrungen werden oft überschritten und können zur Gefahr für unsere Kinder werden. Ab nächstem Jahr sind sogar noch mehr Giftstoffe und Hormone im Spielzeug zugelassen, weil es Verbraucherministerin Aigner und Wirtschaftsminister Rösler nicht geschafft haben, sich auf EU-Ebene durchzusetzen. Obwohl der Bundesregierung bekannt war, dass die neue EU-Spielzeugrichtlinie gefährlich wird und zu viel Gift im Kinderspielzeug erlaubt, hat sie keine erfolgreichen Maßnahmen ergriffen, um den bisherigen Schutzstandard für Kinder zu erhalten. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf unsere Kleine Anfrage hervor. Demnach sind in Zukunft bis zu 22-fach höhere Schadstoffbelastungen für Spielzeug möglich.

Aigner und Rösler tatenlos

Es reicht nicht, bei jeder Schreckensmeldung in den Medien über extrem giftige Spielzeugfunde medienwirksam aufzuschreien, dann aber keine Gegenwehr zu leisten und die Verantwortung auf die EU-Ebene abzuschieben. Die zuständigen Minister Aigner und Rösler müssen real sicherstellen, dass Kinder nicht stärker belastet werden. Auf den Punkt gebracht heißt das, dass Kinder ab 2013 mit mehr Blei, Quecksilber und Arsen belastet werden dürfen als bislang in Deutschland möglich war.

Dieses Vorgehen ist unverantwortlich, insbesondere wenn man bedenkt, das Experten, wie das Bundesinstitut für Risikobewertung schon seit einigen Jahren vor den gesundheitlichen Risiken durch Schwermetalle in Kinderspielzeug warnen. Blei kann bei Kindern zu Störungen der Hirnentwicklung führen, die Intelligenzleistung mindern und Krebserkrankungen können durch Arsenbelastungen ausgelöst werden. Aus diesem Grund hat auch die Weltgesundheitsorganisation alle Akteure aus Politik und Wirtschaft dazu aufgefordert, Spielzeug komplett frei von Schwermetallen zu halten. Schauveranstaltungen, wie der zurückliegende Spielzeuggipfel mit den Herstellern und Minister Rösler, bei dem nicht mal ein Ergebnisprotokoll geschrieben wurde, helfen hier nicht weiter. Die Bundesregierung muss endlich handeln!

Grüne: Spielzeug ohne Gift!

Die späte Klage der Bundesregierung gegen die EU- Kommission wird frühestens im Frühjahr 2014 entschieden – zu spät. Denn dann gelten schon die laxeren Grenzwerte. Das können die Minister Aigner und Rösler nur noch verhindern, wenn die Spielzeugindustrie eine Selbstverpflichtung abgibt, die bislang geltenden Grenzwerte weiter einzuhalten. Dies kostet die Branche nichts, könnte aber das Vertrauen der Verbraucherinnen und Verbraucher stärken. Doch Ministerin Aigner ist selbst für eine solche Forderung zu feige. Sie duckt sich wie immer weg, anstatt die Wirtschaft auch einmal in die Verantwortung zu nehmen.

Auch bei Weichmachern, Duftstoffen, und hormonell wirksamen Substanzen lässt die Bundesregierung wertvolle Zeit verstreichen. Neue Studien über hormonell wirksame Stoffe zum Beispiel, die einen möglichen Zusammenhang mit Stoffwechselerkrankungen wie Fettleibigkeit und Diabetes belegen, werden auf die Wartebank geschoben. Mutiges, verantwortungsvolles politischen Handeln für die Verbraucherinnen und Verbraucher sieht anders aus. Bündnis 90/Die Grünen im Bundestag fordern strenge Gesetze für Spielzeug ohne giftige Schwermetalle, Duftstoffe und Weichmacher. Bei schädlichen Weichmachern und anderen gefährlichen Stoffen im Spielzeug muss eine Null-Toleranz-Politik gelten!

verwandte Themendossiers

EU ist schädlich für Kinder
von OIKOS-BIT am 09.08.2012
Die EU-Kommission handelt mit krimineller Dummheit, sie gehört in die Wüste geschickt. Schadstoffe in Kinderspielzeug verstoßen gegen Art. 25 Abs. 1 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. Wann gibt es einen Aufstand der Betroffenen gegen die Brüsseler Tyrannei?
Tja liebe Grüne,
von eu sucks am 12.12.2012
das ist die Kehrseite der EU-Medaille
Ihr wolltet doch eine neoliberale EU, wo die Konzerne das Sagen haben.
Nun jammert ihr, daß die Chemiebonzen auch mitmischen und die Grenzwerte in Spielsachen erhöhen.
Wollen wir mehr Europa?
von Gast am 13.12.2012
eu-sucks und OIKOS-BIT haben recht. Die Grünen erkennen die Widersprüchlichkeit ihrer eigenen Politik nicht und denken die Menschen schlucken ewig die hohlen Worthülsen von "Europäischer Idee" bis "Klimaschutz".

Schlimmer als das Spielzeug ist allerdings der Dreck, der den Menschen als Nahrung oder Medizin zugemutet wird. Es finden sich z.B. kaum noch Lebensmittelprodukte ohne Jodsalz, Aspartam, Flouride oder Natriumglutamat in den Supermärkten. Die EU macht auch fleißig mit beim Codex Alimentarius.

Mit Impfstoffen werden gern auch Quecksilberverbindungen und Formaldehyd injiziert.

Darüber hat sich noch kein Grüner aufgeregt. Dagegen ist das Spielzeug harmlos.
Wenn die Lobby drängt, ist Fr. Aigner schnell...
von Peter am 14.12.2012
Anscheinend haben Kinder keine Lobby, wie auch? Bei der Umsetzung der EU-Kosmetik-Verordnung in nat. Recht dagegen war sie schnell. Zu Gunsten der armen Zahnärzte wurde das Selbst-Zahnbleichen vom Drogeriemarkt zurück in die gewinnträchtige Praxis verordnet, angeblich aus Sicherheitserwägungen und Beratungsbedarf. Kann man Klientelpolitik noch offensichtlicher, noch ungenierter betreiben?
buckeln vor Plastiklobby
von costa am 14.12.2012
Wenn wir nicht alles unternehmen, um Kinder vor dem Gift zu bewahren, geschieht gar nichts.
An Costa zu "buckeln vor der Plastiklobby"
von Gast am 19.12.2012
Ist Plastik das Problem? Eher die Globalisierung und die Zentralisierung von Macht. Das Spielzeug kommt vom billigsten Standort(derzeit Asien) und die Gesetze werden in Brüssel gemacht. Zurück zu den Ursprüngen wäre das Richtige. Produktion im Inland anstatt globalisierter Raubtierkapitalismus, ordentliche Löhne und moderate Abgaben anstatt Lohndumping und Euro Rettung, Macht dezentralisieren und dem Bürger Freiheit und Selbstbestimmung lassen anstatt EU Dirigismus, werthaltiges Geld - vom Staat herausgegeben anstatt von Privatbanken geliehene Papierschnipsel und Computerdaten welche in beliebiger Menge vermehrt werden (einschließlich der zugehörigen Zinslasten).
Frohe Weihnachten, liebe Grüne,
von Mr Hankey am 24.12.2012
möge das Christkind euren Kindern giftfreies Kriegsspielzeug unter euren Öko-Weihnachtsbaum legen.
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