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Fraktionsbeschluss | 01.07.2011

Nachhaltiger Konsum

Eine neue Entscheidungsarchitektur einführen

Unsere Konsumgesellschaft macht mehr und mehr Probleme. Die Mängel unseres Wirtschaftssystems zeigen sich im Atomunfall von Fukushima, den Verwerfungen auf den Finanzmärkten, an der drohenden Klimakatastrophe, aber auch an zahlreichen Lebensmittel- und Umweltskandalen.

Wer die Lebensgrundlagen dauerhaft erhalten und mehr Lebensqualität für sich selbst und für andere sichern will, muss umdenken. Es ist klar: Wir müssen anders produzieren, anders investieren und anders konsumieren – und das in allen Sektoren. Wir brauchen eine neue Kultur der Nachhaltigkeit in unserem Wirtschaften und unserem individuellen Handeln.

Die Bereitschaft in der Bevölkerung ist längst vorhanden. Ein neues Lebensgefühl verbindet Konsum mit sozial-ökologischem Gewissen. Jahrzehnte alte Strukturen und Gewohnheiten verändern sich. Kluge Politik muss sich der Herausforderung stellen, dass die Entscheidung über nachhaltigen Konsum sekundenschnell am Supermarktregal gefällt wird.

Öko und fair als neue Standards

Für andere Verbrauchsmuster der privaten Haushalte kommt es auf die richtige Information und sinnvolle Anreize an. Wir wollen diese Politik mit dem Einkaufskorb weiter fördern. Dafür sind Preise wichtig, die die ökologische und soziale Wahrheit sagen, aber auch bessere Information sowie handlungs- und verbraucherorientierte Politikansätze. Nachhaltigkeit soll in Zukunft zum Standard bei Energieversorgung, Nahrungsmitteln, Geldanlagen und Konsumgütern werden.

Schon seit Jahren sind der Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen und der Tiere als Staatsziele im Grundgesetz verankert. Bis heute fehlt jedoch ein Konsumindikator in der Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung, der diesem Ziel Rechnung trägt. Dabei wird das Ziel breit geteilt. Die Studie des Bundesumweltministeriums zum Umweltbewusstsein in Deutschland 2010 macht deutlich, dass 82 Prozent der Befragten Vorteile bei umweltfreundlichem und nachhaltigem Verhalten sieht.

Wir schlagen exemplarisch folgende Projekte vor:

  • Nachhaltigkeitssiegel: Öko und Fair auf einen Blick
    Ein staatlich garantiertes Nachhaltigkeitssiegel soll bestehende Siegel ergänzen, neue Standards setzen, die  Informationssuche vereinfachen sowie Innovationsanreize schaffen.
  • Preise:  die Wahrheit sagen
    Mit einer Preisstruktur, die die ökologische und soziale Wahrheit sagt, werden Konsumenten automatisch hin zu nachhaltigeren Produkten gelenkt.
  • Essen: Die grüne Kantine
    Regionale Produkte, Bioessen, ein Veggie-Day sowie Tee und Kaffee aus fairem Handel sollen zum Regelangebot in öffentlichen Verpflegungseinrichtungen werden.
  • Geldanlagen: Dunkle Flecken kenntlich machen
    Verlässliche ethische Mindestkriterien garantieren Vergleichbarkeit, zum Beispiel bei Investitionen ohne Kriegswaffen, Landminen, ausbeuterische Kinderarbeit oder extreme Umweltzerstörung.

 

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