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Giftfunde | 15.11.2010

Risiko Kinderspielzeug

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Vor wenigen Wochen hat die Stiftung Warentest in Spielzeugen Weichmacher und Schadstoffe in bedenklichen und rechtswidrigen Mengen gefunden. Vor allem in Holzspielzeugen wurden sogenannte polyzyklische aromatischen Kohlenwasserstoffe (PAK) in gesundheitsschädlichen Konzentrationen festgestellt.

Seit Jahren haben Spielwaren bei Sicherheitsüberprüfungen von Verbraucherprodukten europaweit die meisten Beanstandungen. Regelmäßig wird ungefähr jedes vierte untersuchte Kinderspielzeug von den Prüfern beanstandet. Daran hat auch die überarbeitete europäische Spielzeugrichtlinie nichts geändert. Im Gegenteil: Die europäische Norm ignoriert viele wissenschaftliche Erkenntnisse und baut gefährliche Widersprüche zu anderen Grenzwerten auf. So gibt es schärfere PAK-Grenzwerte bei Autoreifen und klare Nickel-Werte bei Uhren – bei Spielzeug klaffen dagegen große Regelungslücken.

National handeln

Trotz vieler schöner Worte - die Bundesregierung handelt seit Jahren nicht entschieden genug. Nicht nur die Debatten im Parlament werden verschleppt und verzögert. Vorhandene nationale Handlungsspielräume werden missachtet. Unsichere Produkte müssen schneller aus dem Verkehr gezogen werden. Was macht die Bundesregierung stattdessen? Ein nationaler Alleingang wird von ihr vehement abgelehnt, die Marktüberwachung nicht ausgebaut.

Statt sich aktiv durchzusetzen und zum Wohle der Kinder in den Markt einzugreifen, wird auf einen umständlichen Briefwechsel mit der euroäischen Kommission und eine neue kleine Arbeitsgruppe in Brüssel verwiesen. Dabei liegen Marktmaßnahmen und Sanktionen in nationaler Zuständigkeit. In der Zwischenzeit wird das riskante Spielzeug weiter in den Geschäften und im Internet angeboten. Eltern, die auf Markt und Regierung vertrauen, werden massiv hinters Licht geführt. Und mit untauglichen Tipps vertröstet: riechen, reiben, rubbeln sollen den staatlichen Schutz ersetzen. Mehr Mut zum Handeln und mehr Schutz für unsere Kinder wäre dringend nötig.

Wir fordern die Bundesregierung auf:

  • einen Plan mit sofortigen nationalen Maßnahmen vorzulegen
  • eine bessere Marktüberwachung zu bewirken,
  • darauf hinzuwirken, die europäische Spielzeugrichtlinie mit schärferen Grenzwerten bei Weichmachern und Schwermetallen nachzubessern und
  • das Verbot von krebserregenden, erbgutschädigenden Stoffen sowie allergenen Duftstoffen durchzusetzen.

Seite 2: Chronik "Gift im Spielzeug und politisches Handeln"

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