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Verbraucherrecht | 15.06.2012

Überzogene Inkassokosten

Ein Briefumschlag eines Inkassounternehmens mit Zahlungsaufforderung
Ein Briefumschlag eines Inkassounternehmens mit Zahlungsaufforderung

Unseriöse Geschäftspraktiken von Inkassodiensten sind ein großes Ärgernis bei Verbraucherinnen und Verbraucher. Eine Studie der Verbraucherzentralen aus dem Jahr 2011 hält 99 Prozent der 4000 erhobenen Beschwerden für berechtigt. Drei von vier Verbraucherinnen und Verbraucher fühlten sich durch Inkassoschreiben bedroht oder eingeschüchtert. Deshalb wird häufig aus Unkenntnis bestehender Verteidigungsmöglichkeiten bezahlt, obwohl die Forderungen unberechtigt waren.

Die Bundesregierung schaut dieser Form von Verbraucherabzocke tatenlos zu. Bis heute hat sie keinen Vorschlag zur wirksamen Regulierung der Inkassobranche vorgelegt. Dabei hatten sowohl der Bundesrat als auch die Verbraucherminister der Länder das Justizministerium im letzten Jahr zum Handeln aufgefordert.

Die rigiden Versuche unberechtigte Zahlungsforderungen durchzusetzen, schädigen das Rechtssystem. Private Unternehmen und einige wenige Rechtsanwälte spielen mit der Autorität der Rechtsordnung, bewegen sich jedoch jenseits eines angemessenen Kostenrahmens. Sie machen mit willkürlichen Fantasiegebühren und mit vom Aufwand entkoppelten Zahlungsforderungen von sich reden. Dem muss ein Riegel vorgeschoben werden.

Um betroffene Verbraucherinnen und Verbraucher in die Lage zu versetzen, Inkassoforderungen prüfen und reklamieren zu können, müssen mindestens Informationen über den Auftraggeber, Forderungsgrund und -höhe, die ladungsfähige Anschrift und das Verzugsdatum vorliegen.

Überwachung schlagkräftiger machen

Die Aufsicht bei den über 80 Gerichten ist derzeit zersplittert. Hier schlüpfen die unseriösen Abzocker unter den Inkassobüros zu oft durch. Die Registrierung wird nur selten entzogen, obwohl es viele Beschwerden gibt. Die Überwachung muss deshalb daraufhin geprüft werden, ob sie konzentriert und schlagkräftiger werden kann.

Grüner Forderungskatalog gegen unseriöses Inkasso

Wir Grüne setzen uns dafür ein, dass schwarze Schafe unter den Inkassodiensten vom Markt verschwinden. Die neuen Dienste müssen im Interesse der Verbraucherinnen und Verbraucher strenger reguliert und die Kosten begrenzt werden. Deshalb fordern wir:

  • Einführung einer aufwandsbezogenen Inkassokostenordnung
  • Darlegungs- und Informationspflichten: Auftraggeber, Forderungsgrund und -höhe, ladungsfähige Anschrift, Verzugsdatum sind beim ersten Schreiben bekannt zu geben
  • Bessere Überwachung und höhere Bußgelder

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Inkasso - Inkassosten -
von Arnold am 16.06.2012
Hallo,

wenn 4000 Beschwerden vorliegen, ist das viel.
Aber es gibt 100.000de die sich nicht beschweren, weil alles in Ordnung ist, denn seriöse Inkassounternehmen haben es nicht nötig, sich mit unseriösen auf eine Stufe gestellt zu werden.

Ich bin zugelassenener Inkassodienstleister und bieten den Grünen an, sich bei mir zu melden u. wir besprechen das Thema, wie es tatsächlich abläuft, denn die Verbraucherzentralen sagen auch nur das, was gerade in die Presse passt.

Gruss Fred.
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