
- Ein Briefumschlag eines Inkassounternehmens mit Zahlungsaufforderung© picture alliance / dpa
Unseriöse Geschäftspraktiken von Inkassodiensten sind ein großes Ärgernis bei Verbraucherinnen und Verbraucher. Eine Studie der Verbraucherzentralen aus dem Jahr 2011 hält 99 Prozent der 4000 erhobenen Beschwerden für berechtigt. Drei von vier Verbraucherinnen und Verbraucher fühlten sich durch Inkassoschreiben bedroht oder eingeschüchtert. Deshalb wird häufig aus Unkenntnis bestehender Verteidigungsmöglichkeiten bezahlt, obwohl die Forderungen unberechtigt waren.
Die Bundesregierung schaut dieser Form von Verbraucherabzocke tatenlos zu. Bis heute hat sie keinen Vorschlag zur wirksamen Regulierung der Inkassobranche vorgelegt. Dabei hatten sowohl der Bundesrat als auch die Verbraucherminister der Länder das Justizministerium im letzten Jahr zum Handeln aufgefordert.
Die rigiden Versuche unberechtigte Zahlungsforderungen durchzusetzen, schädigen das Rechtssystem. Private Unternehmen und einige wenige Rechtsanwälte spielen mit der Autorität der Rechtsordnung, bewegen sich jedoch jenseits eines angemessenen Kostenrahmens. Sie machen mit willkürlichen Fantasiegebühren und mit vom Aufwand entkoppelten Zahlungsforderungen von sich reden. Dem muss ein Riegel vorgeschoben werden.
Um betroffene Verbraucherinnen und Verbraucher in die Lage zu versetzen, Inkassoforderungen prüfen und reklamieren zu können, müssen mindestens Informationen über den Auftraggeber, Forderungsgrund und -höhe, die ladungsfähige Anschrift und das Verzugsdatum vorliegen.
Überwachung schlagkräftiger machen
Die Aufsicht bei den über 80 Gerichten ist derzeit zersplittert. Hier schlüpfen die unseriösen Abzocker unter den Inkassobüros zu oft durch. Die Registrierung wird nur selten entzogen, obwohl es viele Beschwerden gibt. Die Überwachung muss deshalb daraufhin geprüft werden, ob sie konzentriert und schlagkräftiger werden kann.
Grüner Forderungskatalog gegen unseriöses Inkasso
Wir Grüne setzen uns dafür ein, dass schwarze Schafe unter den Inkassodiensten vom Markt verschwinden. Die neuen Dienste müssen im Interesse der Verbraucherinnen und Verbraucher strenger reguliert und die Kosten begrenzt werden. Deshalb fordern wir:
- Einführung einer aufwandsbezogenen Inkassokostenordnung
- Darlegungs- und Informationspflichten: Auftraggeber, Forderungsgrund und -höhe, ladungsfähige Anschrift, Verzugsdatum sind beim ersten Schreiben bekannt zu geben
- Bessere Überwachung und höhere Bußgelder

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