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Das grüne Konzept | 18.12.2008

Vision Zero

Mehr Sicherheit auf Deutschlands Straßen

In der Bundesrepublik ereigneten sich 2007 laut Unfallstatistik 2,34 Mio. polizeilich erfasste Unfälle im Straßenverkehr.

Weniger Tote, mehr Verletzte

Die Zahl der im Straßenverkehr Getöteten nahm gegenüber dem Vorjahr um 2,8% ab und lag bei 4.949. Dagegen ist die Zahl der Schwerverletzten gegenüber 2006 um 1,3% auf 75.443 leicht gestiegen. Das Risiko, an den Folgen eines Unfalls zu sterben, ist im Straßenverkehr nach wie vor am höchsten. Immer noch stirbt statistisch gesehen alle 100 Minuten ein Mensch im deutschen Straßenverkehr. Das sind 14 Menschenleben pro Tag oder 95 pro Woche. Mit anderen Worten: Im Straßenverkehr kommen in jeder Woche nahezu genauso viele Menschen ums Leben, wie bei der größten deutschen Bahnkatastrophe in Eschede.

Grüne fordern Vision Zero - Jeder Unfall ist vermeidbar

Bis zum Jahr 2020 soll sich die Zahl der Verkehrstoten und Schwerverletzten um mindestens 70% reduzieren. Langfristig wollen wir jeden einzelnen Verkehrstoten vermeiden.

Unsere Strategie heißt Vision Zero: Dies steht für eine Ausrichtung der Verkehrssicherheitspolitik, die langfristig das Ziel anstrebt, dass keine Menschen im Straßenverkehr mehr sterben müssen.

Vision Zero folgt dem Prinzip, dass jeder Unfall vermeidbar ist und stellt den Menschen als Fehlerquelle in den Mittelpunkt. Dabei muss der Verkehr zu einem System werden, das Fehler verzeiht.

Deutschland hinkt hinterher

Die Europäische Union hat ausgehend vom Basisjahr 2001 die Senkung der Zahl der Verkehrstoten um 50% bis 2010 zum Ziel erklärt. Obwohl dies prinzipiell auch für Deutschland gilt, fehlt der Bundesregierung bisher ein Gesamtkonzept und eine entsprechende Zielmarke.

So kann es nicht überraschen, dass in Deutschland die Zahl der Verkehrstoten bezogen auf das EU-Basisjahr 2001 im Jahr 2007 nur um 29% abgenommen hat. Um das 50%-Ziel der EU erreichen zu können, wäre im Jahr 2007 eine Reduktion um 37% notwendig gewesen. Die Fortschreibung auf der Basis der heutigen Werte wird also nicht ausreichen, um das EU-Ziel noch erreichen zu können.

Deutschland hinkt nach, während andere europäische Länder, wie Schweden, Dänemark, Schweiz oder Norwegen die Wirkungen von Vision Zero bereits erkannt und spezifische Verkehrssicherheitprogramme verabschiedet haben. Schweden zählt zusammen mit den Niederlanden mit 49 bzw. 45 Getöteten pro 1 Mio. Einwohner zu den Vorreitern in Sachen Vision Zero in der Europäischen Union. In Deutschland hingegen (62 Tote pro 1 Mio. Einwohner) bleiben bis heute viele Potentiale ungenutzt.

Bündnis 90/Die Grünen fordern einen Masterplan

Die Verkehrssicherheitspolitik der Bundesregierung ist Stückwerk und setzt vor allem auf groß angelegte Aufklärungskampagnen, anstatt auf dauerhaft wirksame Verbesserungen der Verkehrssicherheitsarbeit. Um das zu ändern, fordern wir die Bundesregierung auf, endlich einen Masterplan Vision Zero aufzustellen. Um ihm die richtige Richtung zu geben, enthält unser Antrag wegweisende Einzelforderungen bis hin zur Überprüfung der bestehen Verkehrsgesetze und Verordnungen, die das Ziel einer neuen Verkehrssicherheitarbeit auf der Basis von Vision Zero verfolgen.

 

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