Tropenwälder durch einen internationalen Fonds schützen
Wälder sind Klimaschützer. Ihre Fähigkeit Kohlenstoff aus der Atmosphäre zu binden wirkt dem Klimawandel entgegen. Doch noch immer werden Wälder rücksichtslos ausgebeutet und gerodet. Allein Entwaldung und Waldschädigung tragen zu zirka 20 Prozent zu den von Menschen produzierten Treibhausgasen bei. In unserem aktuellen Beschluss Tropenwälder stellen wir vor wie ein erfolgreicher Tropenwaldschutz aussehen könnte und wie er im Klimaabkommen in Kopenhagen im Dezember verankert werden sollte.
Die REDD Initiative
Auf der Klimakonferenz in Bali im Dezember 2007 wurde vereinbart, finanzielle Anreizstrukturen für einen effizienten Waldschutz zu entwickeln. Entwicklungs- und Schwellenländer, die ihren Wald erhalten, sollen einen finanziellen Ausgleich für die entgangenen Einnahmen aus der Nutzung des Waldes bekommen. Die Ziele und Maßnahmen eines angemessenen und wirksamen Systems für Anreizstrukturen und Finanzierungsmechanismen zur vermiedenen Entwaldung werden unter der UN-Initiative "Reduced Emissions from Deforestration and forest Degradation (REDD)" diskutiert.
Stopp der globalen Entwaldung
Wir wollen die globale Entwaldung spätestens bis zum Jahr 2020 vollständig stoppen. Dazu bedarf es einer verlässlichen, zusätzlichen und angemessenen Finanzierung für den Erhalt der Tropenwälder, die zusätzlich zu den Mitteln für die wirtschaftliche Zusammenarbeit erfolgt.
Tropenwälder sind weit mehr als Kohlenstoffsenken
Ein finanzielles Anreizsystem wäre sowohl in Form eines Fonds, als auch die Einbeziehung des Waldschutzes in den Emissionshandel möglich. Doch die Einbeziehung in den Emissionshandel birgt unkalkulierbare Risiken. Eine solche kann allenfalls in einem eng begrenzten Umfang erfolgen. Ansonsten würde die Gefahr einer zusätzlichen Zertifikatschwemme die Wirksamkeit des Emissionshandels als Klimaschutzinstrument massiv gefährden. Außerdem ist der Erhalt der Wälder weit mehr wert als der Preis für eine vermiedene Tonne CO2 ausdrückt.
Ein Fonds als Lösung
Ein differenzierter Tropenwaldschutz ist aus unserer Sicht nur als Fondslösung erreichbar. Denn anders als eine direkte Einbeziehung der Wälder in den Emissionshandel bietet die Fondslösung die Möglichkeit einer verlässlichen und umweltverträglichen Finanzierung des Tropenwaldschutzes, die weitgehend unabhängig von Marktmechanismen erfolgt. Durch eine entsprechende Ausgestaltung lassen sich notwendige und differenzierte Ziele umsetzen. Den Tropenwaldschutz mit den internationalen Kohlenstoffmärkten zu verbinden, ist hinsichtlich einer gesicherten Finanzierung notwendig und sinnvoll. Ein Großteil des Waldfonds sollte daher aus den Versteigerungserlösen der Emissionszertifikate und aus der Versteigerung von Emissionserlaubnissen gespeist werden.
Mittel an umwelt- und naturverträgliche sowie soziale Kriterien koppeln
Die Mittel aus einem Waldfonds müssen nach klaren umwelt- und naturverträglichen sowie sozialen Kriterien verteilt werden. Zudem muss sichergestellt werden, dass die Leistungen, aufgrund derer Geldzahlungen geleistet beziehungsweise Emissionsreduktionszertifikate ausgestellt werden, messbar und verifizierbar sind. Die Ausschüttung der Mittel muss in Zusammenarbeit mit den Entwicklungs- und Schwellenländern nach deren Bedürfnissen erfolgen. Die Vergabe der Gelder an die Empfängerländer soll deshalb aus unserer Sicht durch ein Kontrollgremium wahrgenommen werden, welches an das United Nations Framework Convention on Climate Change (UNFCCC) angegliedert ist.
