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Holzproduktion | 31.05.2011

Waldnaturschutz und sichere Holzversorgung

Bis 2020, so wird geschätzt, wird die Holznachfrage mehr als 30 Millionen Kubikmeter über dem Angebot liegen - vor allem aufgrund des Wachstums der Holzenergienutzung. Und das bei einem Holzeinschlag von 90 Millionen Kubikmeter pro Jahr. Der Nutzungsdruck auf unsere Wälder wird also weiter steigen. Als wir im Jahr 2004 in unseren "Grundsätzen bündnisgrüner Waldpolitik" forderten, unsere Wälder durch die Festlegung ökologischer Mindeststandards im Bundeswaldgesetz vor Übernutzung zu schützen, da wurden wir von Vertretern der Forstpartie ausgelacht. Eine Übernutzung konnten sie sich damals nicht vorstellen.

Heute lacht fast niemand mehr

Die Prognosen werden mittlerweile fast von allen ernst genommen. Die Holzbranche klagt angesichts der spürbar steigenden Holznachfrage nicht nur über steigende Preise, sondern darüber, dass Holz nur noch schwer zu bekommen ist. Wer hätte geahnt, dass sich die Lage innerhalb eines halben Jahrzehnts so grundlegend ändern würde?

Nun ist eine Debatte darüber entbrannt, welche Schlussfolgerungen zu ziehen sind. Dabei darf aber nicht jedes Mittel recht sein. So wäre es falsch, auf den Waldnaturschutz und den von der Bundesregierung beschlossenen Nutzungsverzicht in 5 Prozent unserer Wälder zu verzichten. Es darf kein Entweder-oder zwischen Waldnaturschutz und Holzversorgung geben. Stattdessen brauchen wir die richtige Balance.

Damit in Deutschlands Wäldern mehr Holz wachsen kann, müssen sie stabil und gesund sein und sich natürlich verjüngen können. Ihre Bewirtschaftung muss schonend und fachgerecht erfolgen. Alles in allem wird es hier aber nur langfristige Erfolge geben, die auch nur einen Teil der wachsenden Nachfrage werden decken können.

Der zweite Teil der Lösung ist es, den knappen Rohstoff Holz sinnvoll und effizienter einzusetzen als bisher und aus weniger Holz mehr Wohlstand als bisher zu schöpften. Das kann durch leichtere Holzwerkstoffe und langlebigere Holzproduke (zum Beispiel Thermoholz) erreicht werden. Politik und Branche müssen dazu mehr in Forschung und Innovation investieren. Im Gebäudebereich sollte der klimafreundliche Baustoff Holz viel breitere Anwendung finden. Als Brennstoff für die Wärmeerzeugung sollte Holz möglichst nur dort eingesetzt werden, wo mit modernen Heizsystemen ein hoher Wirkungsgrad erzielt werden kann. Und dem Holz- und Papierrecycling muss ein höherer Stellenwert eingeräumt werden. Letztlich kann der Raubbau am Wald nur mit Sparsamkeit und Effizienz verhindert werden.

 

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