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Wald | 11.11.2011

Waldstrategie muss grün werden

Umfassendes holz- und forstwirtschaftliches Programm gefordert

Cornelia Behm MdB,
Sprecherin für Ländliche Entwicklung und für Waldpolitik, am 11.11.2011 im Bundestag

Die grüne Bundestagsfraktion hat zur Beratung der Waldstrategie 2020 im Deutschen Bundestag einen Entschließungsantrag vorgelegt. Darin fordern wir von der Bundesregierung ein umfassendes holz- und forstwirtschaftliches Programm. Dieses ist angesichts der steigenden Holznachfrage und der deshalb drohenden Holzlücke, aber auch wegen der Herausforderungen des Klimawandels und des weltweiten Verlustes an biologischer Vielfalt dringend nötig.

Zumal die Waldstrategie der Bundesregierung trotz jahrelanger Vorbereitung und monatelanger Nacharbeit völlig dürftig ist und vollkommen offen lässt, wie die Regierung ihre Ziele erreichen und welche Maßnahmen sie ergreifen will. Sie gibt keine Antwort auf die Frage, wie sie auf die für 2020 prognostizierte Holzlücke in der Größenordnung von jährlich 30 Millionen Festmeter Holz reagieren will.

Keine Aussage dazu, ob unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten ein wesentlicher Ausbau der Holzenergienutzung tatsächlich noch stattfinden kann. Genau so schuldig bleibt die Bundesregierung die Antwort auf die Frage, wie sie die waldbezogenen Ziel der Biodiversitätsstrategie der Bundesregierung umsetzen will. Die Waldstrategie offenbart, dass der Bundesregierung in Fragen der Forst- und Holzwirtschaft, der Jagdpolitik und des Naturschutzes im Wald sowohl die richtigen Konzepte und als auch der Handlungswille fehlen. Ein Entweder-Oder zwischen Waldnaturschutz oder Holzversorgung und ein Verzicht auf die Umsetzung des fünf Prozent Ziels für Wälder mit natürlicher Entwicklungsdynamik wäre falsch.

Notwendig sind sowohl Maßnahmen zum Erhalt der biologischen Vielfalt im Wald als auch die Nutzung von Holz im Rahmen von CO2-Minderungsstrategien und des Umbaus der Wirtschaft auf nachwachsende beziehungsweise erneuerbare Rohstoffe.

Notwendig ist eine Politik, die die verschiedenen Anforderungen an den Wald integriert. Der bündnisgrüne Entschließungsantrag legt dar, was wald- und naturschutzpolitisch, holzwirtschaftlich und energie- und ressourcenpolitisch zu tun ist und macht konkrete Maßnahmenvorschläge.

Grundlegend ist, dass das Problem der Holzlücke nur begrenzt durch eine Steigerung der Holzeinschläge und des Holzzuwachses zu lösen sein wird. Der Schwerpunkt muss bei der Steigerung der Effektivität der Holznutzung liegen, bei mehr Energieeffizienz, mehr Rohstoffeffizienz, bei langlebigeren Holzprodukten und bei der deutlichen Steigerung von Holz- und Papierrecycling. Außerdem darf der Ausbau der Holzenergienutzung nicht so vorangetrieben werden wie bisher geplant beziehungsweise prognostiziert.

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