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Wälder-Weltinitative | 22.09.2011

Weltinitiative zur Wiederbewaldung voran bringen

Bundesregierung verspricht ungedeckten Scheck

Bundesumweltminister Röttgen hat die Wälder-Weltinitiative mit angekündigt, die sich zum Ziel gesetzt hat in den Jahren 2011 bis 2020 weltweit 150 Mio. Hektar Wald wieder aufzubauen. Ob und in welcher Form die Bundesregierung diese Initiative finanziell und organisatorisch unterstützen wird, konnte sie in ihrer Antwort auf eine parlamentarische Frage der Fraktionssprecherin für Waldpolitik, Cornelia Behm, noch nicht sagen. Dies werde noch geprüft. Wenn aber die weltweite Aufforstungsinitiative nicht im Sande verlaufen soll, dann muss die Bundesregierung auch handeln. Ansonsten wäre die Unterstützung durch die Bundesregierung ein reines Lippenbekenntnis.

Um bei der Wiederbewaldung tatsächlich weiter zu kommen, müssen auch die praktischen Fragen geklärt werden. Bislang fehlt der Wälder-Weltinitiative aber offenbar noch viel an Substanz und Konzept. Auch das hat die Fragestunde gezeigt.

Weltweit existieren laut der Wälder-Weltinitiative rund zwei Mrd. Hektar aufforstbarer Fläche. Die Bundesregierung kann aber noch nicht sagen, in wessen Eigentum sich diese Flächen befinden und wer demnach darüber zu entscheiden hat, welche Gebiete wiederbewaldet werden können.

Außerdem ist zu entscheiden, ob die Aufforstung durch die Wälder-Weltinitiative finanziert werden soll und dafür private und/oder staatliche Mittel akquiriert werden müssen, oder ob die Initiative in erster Linie bei den Eigentümern dafür werben soll, die Aufforstungen zum eigenen Vorteil selber vorzunehmen und zu finanzieren. Nach Schätzungen der Weltnaturschutzunion IUCN bringt eine solche Aufforstung einen Gewinn von rund 85 Mrd. US-Dollar pro Jahr. Spätestens wenn die neuen Wälder Erträge abzuwerfen beginnen, wird die Frage auftauchen, wem sie zustehen. Die Entscheidungen dazu müssen aber schon vor der Aufforstung gefällt werden. Auch dazu konnte die Umweltstaatssekretärin Heinen-Esser im Bundestag nicht viel sagen.

Die Wälder-WeltInitiative steht also erst am Anfang. Dort sollte sie aber nicht stehen bleiben. Daher fordern wir die Bundesregierung auf, die Wälder-Weltinitiative finanziell und organisatorisch zu unterstützen und sich energisch dafür einzusetzen, dass sie voran kommt und die nötigen Fragen geklärt werden.

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