Suchfeld anzeigen
Flussbadetag | 11.07.2011

Flüsse müssen sauberer werden

Person springt in einen Fluss
Am 10. Juli war es wieder so weit - europaweit sprangen Tausende in Flüsse und Seen, um sich unter dem Motto "Big Jump" für eine Verbesserung der Wasserqualität einzusetzen.

Und waren Sie heute schon baden? In der Elbe vielleicht? Oder in der Spree? Am 10. Juli war es wieder so weit - europaweit sprangen Tausende in Flüsse und Seen, um sich unter dem Motto "Big Jump" für eine Verbesserung der Wasserqualität einzusetzen. Das Projekt wurde 2005 gestartet mit dem Ziel im Jahr 2015 den BIG JUMP vollziehen zu können. Warum 2015? Gemäß der europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) müssen dann alle europäischen Oberflächen- und Grundwässer in ökologisch gutem Zustand sein.

Die WRRL gilt seit dem Jahr 2000. In Ausnahmefällen sieht sie Fristverlängerungen bis 2021 und 2027 vor. Diese Ausnahmen werden in Deutschland zur Regel. Im Flussgebiet der Elbe werden nur zehn Prozent der Gewässer bis 2015 einen guten Zustand aufweisen. In den anderen Flussgebietsgemeinschaften sieht es ganz ähnlich aus. Das ist uns zu wenig. Wir wollen lebendige Flüsse.

Wir fordern eine bessere Umsetzung der WRRL. Mehrfach haben wir die Bundesregierung dazu aufgefordert die Länder bei der Umsetzung der WRRL zu unterstützen. Bisher wurde das immer abgelehnt. Mit der Folge, dass es nicht richtig voran geht. Die Ziele werden weit verfehlt und es gibt immer noch zahlreiche Flüsse die stark belastet sind. Ein Beispiel dafür ist die Werra, die hochgradig mit Salzlauge belastet ist. Anstatt hier konkret was an der Situation zu verbessern, wurden erst kürzlich die Genehmigungen zur Einleitung verlängert.

Ein weiteres großes Problem der deutschen Flüsse ist die Belastung mit Nährstoffen. Durch Kläranlagen und durch die Landwirtschaft gelangen immer noch riesige Mengen Phosphor in die Gewässer. Die im Zuge der Umsetzung der WRRL vorgesehenen Orientierungswerte für Phosphor werden fast überall überschritten. Stellenweise um mehr als das doppelte. Auch hier tut die Bundesregierung zu wenig.

Wenn die Flüsse in einem guten Zustand sind, dann können die Menschen auch bedenkenlos in ihnen schwimmen. Wir wollen, dass es in Deutschlands Flüssen wieder mehr Badestellen gibt. In Bremen gibt es das schon. In Hessen raten die Behörden jedoch immer noch vom Schwimmen in Flüssen ab. Das muss sich ändern! Dafür sind wir auch in diesem Jahr wieder baden gegangen.

 

Dieser Artikel ist älter als zwei Monate, deshalb werden keine Kommentare mehr angenommen.
Person springt in einen Fluss
Am 10. Juli war es wieder so weit - europaweit sprangen Tausende in Flüsse und Seen, um sich unter dem Motto "Big Jump" für eine Verbesserung der Wasserqualität einzusetzen.