Quote Die Zeit ist reif!

Eine Mehrheit in der Bevölkerung hat sie längst, die Quote für Führungsgremien in der Wirtschaft. Als zeitlich begrenztes Mittel, um der Gleichstellung von Frauen in Deutschland auf die Sprünge zu helfen.

Im Bundestag standen am 18. April erneut verschiedene Oppositionsanträge für eine Quote für Aufsichtsräte zur Abstimmung. Der von Bündnis 90/Die Grünen und SPD in den Bundestag eingebrachte Gesetzentwurf des Bundesrates fordert gesetzliche Mindestquoten für die Besetzung von Aufsichtsräten börsennotierter und mitbestimmter Unternehmen mit Frauen und Männern. Dafür sind lange Übergangsfristen und zwei Stufen (20 Prozent bis 2018, 40 Prozent bis 2023) vorgesehen. Für Ausnahmefälle gibt es eine Härtefallklausel. Dieser Antrag bleibt zwar sowohl hinter dem grünen Gesetzentwurf (Bundestags-Drucksache 17/3296) wie auch dem der SPD zurück, aber wir wollten die Bundesratsentscheidung ernst nehmen und mit diesem Kompromissangebot auch im Bundestag eine Mehrheit der Abgeordneten gewinnen. Das wäre die Chance für alle Unions-Abgeordneten und –Ministerinnen gewesen, zu zeigen wie ernst sie es mit der Frauenquote meinen. Sie haben die Chance vertan. Die schwarz-gelbe Mehrheit lehnte eine verbindliche Regelung ab.

Union und FDP haben in Sachen Gleichstellung kaum etwas getan, stattdessen das unsinnige Betreuungsgeld beschlossen oder die Minijob-Verdienstgrenze erhöht. Sie setzen auf Freiwilligkeit bei Fördermaßnahmen in der Wirtschaft, obwohl längst klar ist, dass sich so kaum etwas bewegt. Wir brauchen klare gesetzliche Regelungen und eine Gleichstellungspolitik, die alle Lebensphasen umfasst und konsistent ist. Ohne Gleichstellung wird es keine Gerechtigkeit, keine gleichberechtigte Teilhabe in unserer Gesellschaft geben.

Mehr zum Thema Frauen

12 Kommentare
unglaublich verlogen
Elisabeth Lahusen 18.04.2013

Grüne Politik für Frauen? Während Ihr hier groß von Frauenrechten schwallt, wird unter grüner Führung gerade in Bremen dafür gesorgt, dass wir Tageseltern ( hauptsächlich Frauen) kaum über dem Existenzminimum krebsen - für 62 % des Erziehergehaltes ohne Überstundenvergütung ohne garantierte Sachkostenübernahme und mit nur 20 Tagen Urlaub im Jahr sollen mal wieder wir Frauen den Kakao trinken durch den wir überall von Euch gezogen werden. Das ist unglaublich verlogen! Ihr kümmert Euch doch nur um Euer bürgerliches Bionade- Biedermeier- Kartell. Die Menschen an der Basis dürfen im Dunkeln sitzen. Grüne Politik- NEIN DANKE!

TECHNOLOGIEstandort Deutschland
Matthias Koller 18.04.2013

Ich studiere Wirtschaftsingenieurwesen an der RWTH Aachen. In allen Ingenieurwissenschaften sind hier Männerquoten von über 80% Normalität. An anderen Unis ist dies nicht anders! Wir Ingenieure sind die ersten die sich über einen höheren Ingenieurinnen Anteil freuen würden! Aber mit welcher Begründung sollen in einem technologischen Unternehmen, die Deutschland ausmacht 40% Frauen in Führungspositionen sein? Dort sind üblicherweise Ingenieure in den Führungspositionen. Soll die Alternative, die sie vorschlagen sein, dass Fach-fremde dort Platz nehmen?
Begeistern Sie lieber mehr Frauen für technische Fächer!

dito Matthias Koller
Stefan Maier 18.04.2013

Sehe ich genauso und studiere das gleiche am KIT.
Herr MdB Tobias Lindner sollte es daher auch besser wissen.
Jede Frau wird in technischen Bereichen schon lange mit Kusshand genommen. Es gibt für mich keine logische Erklärung wie es in einem Konzern mit ca. 10-20% Frauen (Autobranche, Stahlbranche usw.!) auf Management/Aufsichtsratebene plötzlich 40% oder mehr Frauen geben soll.

Gleichzeitig liest man überall wie Jungen auf dem schulischen Bildungsweg benachteiligt werden, ohne dass es hier Forderungen nach Änderungen gibt.
Langsam hab ich den Eindruck dass eine Art Geschlechterkampf lanciert werden soll.

Quote
Ina Peter 18.04.2013

Das was die beiden Herrn Studenten schreiben stimmt. Wenn der Blick von Außen auf das Quotenthema gerichtet ist. Von Innen sieht das sehr viel komplexer aus. Mit den von Ihnen genannten Fachbereichen befinden wir uns in einer gut gegen Frauen geschützten Zone. Finanzen, Technik alles sehr logisch, weni emotional aufgebaut. It's a Man's World.
Haben Männer Angst sich in die Karten schauen zu lassen und der damit verbundenen Veränderungen?.
Es geht doch nur um weibliche Arbeitskolleginnen. Nicht mehr nicht weniger.

BRD braucht KEINE Frauenquote, sondern Arbeitsplätze!!
damamu 19.04.2013

Meiner Meinung benötigt die BRD keine Frauenquote, denn diese bringt mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit rein gar nichts! Vor allem finde ich es lustig, denn bei dieser Frauenquote geht es nur um Führungsebenen und nicht um eine generelle Frauenquote! Und ehrlich gesagt, wenn ein Unternehmen "Frauenfeindlich" ist, dann wird dieses Unternehmen lieber die Sanktionen bezahlen, anstatt eine Frau als Führungskraft einzustellen. Man beachte auch Theorie zu der Schwerbehindertenquote von 5 %!

BRD braucht KEINE Frauenquote, sondern Arbeitsplätze!!
damamu 19.04.2013

Es ist alles nur Theorie! In der Praxis sieht es nämlich ganz anders aus! Und wenn Sie schon mal dabei sind werte Politiker, wo bleibt die Migrantenquote? Wie Sie sehen, kann man diese Quotenpolitik endlos weiterführen, NUR ein entscheidendes haben Sie vergessen! WO bleiben die ARBEITSPLÄTZE? Es wird endlos über Frauenquote, EU Rettungsschirme etc. diskutiert (die Betonung liegt auf diskutiert, gehandelt wird nicht!), aber es werden in der BRD KEINE Arbeitsplätze geschaffen! Darüber schon mal nachgedacht?

Quote
Peter Ina 19.04.2013

Quote muss sein. Das hat sich gerade mit der Frauenquote auf Parteiebene gezeigt. Mit Erfolg gekrönt. Gerade bei uns Grünen.
Quote! Immens wichtig in den oberen Etagen. Wenn es durch die Quote mehr Frauen in Spitzenposition gibt, wird das mehr und mehr qualifizierte Arbeitsplätze für Frauen auf allen Ebenen mit sich bringen.
Da ist es dann egal ob Frau dick, dünn, immigriert, jung oder alt ist. Es geht einzig und allein darum, den Fuß in diese Türen zu bekommen. Auf freiwilliger Basis tut sich da nichts. Das wurde lange genug probiert. Ich möchte für meine Töchter gleichberechtigte Berufsausübung!

Antwort an Elisabeth Lahusen
Grüne Fraktion 22.04.2013

Sehr geehrte Elisabeth Lahusen, in Bremen ist für eine Tagespflegeperson eine Vergütung von durchschnittlich 62% des ErzieherInnen-Gehalts vorgesehen ist, was insbesondere mit der höheren Qualifikation der ErzieherInnen begründet wird. Die tatsächliche Vergütung richtet sich nach der Zahl der betreuten Kinder. Ausgebildete ErzieherInnen verdienen als Tagespflegeperson in der Großtagespflege (mehr als 8 Kinder, zwei Betreuungspersonen) 90% des durchschnittlichen ErzieherInnen-Gehalts.
Von der Quote für Führungspositionen erwarten wir uns mehr Gerechtigkeit, mehr Qualität und einer Veränderung von Unternehmenskulturen.

Was neutral nur logisch klingt, ist interessegeleitet
Helmut Krüger 22.04.2013

"Mit den von Ihnen genannten Fachbereichen befinden wir uns in einer gut gegen Frauen geschützten Zone. Finanzen, Technik alles sehr logisch, wenig emotional aufgebaut. It's a Man's World."

Auch als Mann stimme ich Ihnen da vollkommen zu und genau deshalb bedarf es in größerem Ausmaß an Durchmischung der Geschlechter, soll da nicht eine Aufschaukelung im Sinne einer Homogenität entstehen.

Mit einem verkündeten "härter werdenden Wettbewerb" ist jedenfalls auf Dauer weder ein Unternehmen noch ein Staat zu machen, nur mit stärkerer Kooperation jenseits eines männlichen Macho-Gehabens, tendenziell eingebracht von Frauen.

Nicht den verbissenen, die ihren Mann stehen.

Von geschlechtsgeleiteten Arb.pl.zuschnitten, jenseits sachgeleiteter
Helmut Krüger 23.04.2013

Nochmals: Jede homogene Struktur hat über kurz oder lang zu Extremismen geführt, sei es politisch, sei es religiös und sei es auch geschlechtlich.

Was ist der härter werdende Wettberwerb also anderes als der Inbegriff spätpubertärer Herumbalgerei von Männern, die nicht mit sich klarkommen?

Darf kann nicht nur, das sollte auch so gesagt werden.

Anders als beim hinsichtlich persönlicher Verantwortung ausgesprochenem Unsinn von Karl Marx und Adam Smith, wäre es gut, hier nicht nur von Verhältnissen hinter dem Rücken der Beteiligten und von unsichtbaren Händen zu sprechen, sondern von der Frage nach persönlicher Verantwortung.

Dieser Artikel ist älter als zwei Monate, deshalb werden keine Kommentare mehr angenommen.

4388046