Tierversuche 100 Mäuseleben für 1 Botox

Protest vor dem Hauptsitz von Botox in Belgien.

Jährlich werden tausende Mäuse für Botox-Versuche gequält und getötet, obwohl es anerkannte und zugelassene Alternativmethoden gibt. Dies wird belegt durch eine Antwort der Bundesregierung auf eine Grüne Anfrage.

Botox ist vor allem als „Anti-Falten-Mittel“ bekannt. Hollywood-Stars haben das Nervengift bekannt gemacht und auch in Deutschland ist es weit verbreitet, denn Botox kann gealterte faltige Haut „glätten“. Das Gesicht sieht anschließend wieder jung aus. Allerdings wissen nur wenige, dass jede einzelne Charge wegen der toxischen Wirkung überprüft werden muss und diese Tests zum Großteil in Tierversuchen durchgeführt werden.

Jede einzelne Charge wird dabei an mindestens 100 Mäusen getestet.

Bei den äußerst schmerzhaften Versuchen (LD50 Tests) wird Mäusen das Nervengift in die Bauchhöhle gespritzt. Parallel dazu werden "Vergleichsgruppen" eingesetzt, denen unterschiedlich stark verdünntes Botox gespritzt wird. Um die Konstanz der Produktion zu messen, wird die Verdünnungsmenge ermittelt, bei der die Hälfte der Tiere stirbt (LD50 = tödliche Dosis bei 50% der Tiere). Dabei sterben die Mäuse nach drei bis vier Tagen unter schweren Qualen – mit Krämpfen, Lähmungen, Erblinden – am Erstickungstod. Allein für LD50-Tests starben 2013 rund 22.000 Mäuse.

Bundesregierung muss bei Botox Rechtslücke schließen

Tierversuche für Kosmetika sind EU-weit und nach dem deutschen Tierschutzgesetz verboten. Doch wenn Inhaltsstoffe oder Präparate wie Botox auch für andere, zum Beispiel medizinische Zwecke, getestet werden, sind Tierversuche zulässig - auch wenn es Alternativmethoden gibt. Hier besteht eine Rechtslücke, die die Bundesregierung schließen muss. Aus der Antwort der Bundesregierung auf die Anfrage der grünen Fraktion wird allerdings deutlich:

Die Bundesregierung sieht keinen Handlungsbedarf. Statt Verantwortung für den Tierschutz zu übernehmen, wälzt sie diese auf die EU und auf die Bundesländer ab!

Das ist für uns nicht hinnehmbar: Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland müssen sich darauf verlassen können, dass für Ihre Schönheit – und wenn möglich auch für ihre medizinische Versorgung - keine Tiere leiden müssen.

Wir fordern die Bundesregierung auf, Alternativ- und Ersatzmethoden zu Tierversuchen stärker zu fördern und sich für beschleunigte Zulassungen einzusetzen. Doch auch hier zeigen die Antworten der Bundesregierung deren fehlendes Interesse und Engagement: Die Mittel für die Förderung und Erforschung sind kaum mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein. Hier muss die Bundesregierung umsteuern, wenn sie Tierschutz ernst nimmt!

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1 Kommentar
Tierversuche
Annegret Brügger 09.08.2014

Das ist eine Schande.....

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