Bildungsgerechtigkeit Bildung macht Schule

Mehr als 100 Gäste diskutierten auf der Fachtagung „Bildung macht Schule: offen, inklusiv, gerecht!“ am 19. Juni 2015 in der Theodor-Heuss-Gemeinschaftsschule in Berlin-Moabit mit uns über Bildungsgerechtigkeit und Teilhabechancen.

Die Veranstaltung hat gezeigt, dass zur Bildungsgerechtigkeit in Deutschland noch immer viel fehlt. Noch immer dominiert das Aussortieren (Exklusion) über das Gemeinsame (Inklusion). Deutlich wurde aber auch, dass Deutschland mit dem Unterzeichnen der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen eine Verpflichtung eingegangen ist. Vor allem aber kann eine freie und gerechte Gesellschaft nicht weiter tolerieren, dass ihre Schulen zu wenig gegen ungerecht verteilte Bildungs– und Lebenschancen tun.

Inklusive und gerechte Bildung

In allen Debatten der Tagung zeigte sich, dass inklusive und gerechte Bildung unter schwierigen Bedingungen nur in ganztägigen Bildungs- und Betreuungsangeboten gelingen kann. Nur wenn diese nicht nur in der Kita sondern in allen Schulformen und vom Schulbeginn bis zum Schulabschluss bestehen, können Bildungschancen und Teilhabegerechtigkeit wirklich steigen. Deshalb setzt sich die grüne Bundestagsfraktion dafür ein, dass der Bund im Bildungsbereich endlich mit den Ländern und Kommunen kooperieren kann. Das so genannte Kooperationsverbot muss weg! („Kooperationsverbot kippen - Zusammenarbeit von Bund und Ländern für bessere Bildung und Wissenschaft ermöglichen“.)

Gemeinsames Lernen braucht eine gute Infrastruktur

Mit unserem Programm „10.000 Schulen fit für die Zukunft“, wollen wir schon jetzt Maßnahmen zur baulichen, energetischen und behindertengerechten Sanierung fördern. Denn inklusiver Unterricht und längeres gemeinsames Lernen brauchen eine gut ausgebaute Infrastruktur, vom Aufzug bis zum Werkraum, vom Beamer bis zur Pipette. („Heute für morgen investieren – Damit unsere Zukunft nachhaltig und gerechter wird“). Gleichzeitig werden wir uns dafür einsetzen, dass die Unterstützungsstrukturen für den gemeinsamen Unterricht von behinderten und nicht-behinderten Kindern und Jugendlichen stabiler und stetiger werden. Auch wir wollen dazu beitragen, dass sich die Haltung ändert, damit genau das richtige Umbautempo eingeschlagen wird: Nicht zu langsam und frustrierend für die Einen, nicht zu schnell und ängstigend für die Anderen.

Grüne Ausbildungsgarantie

Im Bereich der beruflichen Bildung werden wir die grüne Ausbildungsgarantie („Mit einer echten Ausbildungsgarantie das Recht auf Ausbildung umsetzen“) noch stärker darauf ausrichten, dass sie auch über- und außerbetriebliche Ausbildungsstätten dabei unterstützt, ihre Potenziale für die Inklusion behinderter junger Menschen noch besser zu nutzen. So könnten sich beispielsweise Berufsbildungswerke auch für die Ausbildung von jungen Menschen ohne Behinderung öffnen.

Der grüne Bundestagsabgeordnete Özcan Mutlu fasste die vielfältigen Anregungen der Tagung am Ende in einem Auftrag an die grüne Politik zusammen: „Wir legen einen Zahn zu in unseren Anstrengungen für mehr Gerechtigkeit bei Bildung und Teilhabe.“

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1 Kommentar
Toll, weitere Veranstaltung mit anderem Schwerpunkt planen
Tietge Herfried (Fridolin) 29.06.2015

War der weißhaarige Lehrer und Bildungsforscher aus Brandenburg, konnte die Situation zur Inklusion in Brb in der AG darstellen und viele Informationen aufsaugen.Damit kann ich im OV und der LAG punkten.Das Podium war jeweils hochkarätig besetzt,der Ort in der Gemeinschaftsschule gut gewählt.Ich kenne ihn noch aus der Zeit einer Sackgassenproblemschule aus den achtziger Jahren.Die Komikerin war Spitze und ernsthaft, sehr gelungen.Na, ja, das Buffet war natürlich auch toll, habe viele alte bekannte und junge Freunde aus der Bildungsszene getroffen.Bitte meinen Kommentar nicht in irgendein kapitalistisch profitoerientiertes Netzwerk stellen, sozial sind die alle nicht!
Grüne Grüße aus Brb

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